Die Krise um Grönland spitzt sich weiter zu, ein Krisentreffen in Washington brachte am Mittwoch keine Annäherung: Die USA sind nicht von ihren Annexionsansprüchen abgerückt. 

„Wir haben es nicht geschafft, die amerikanische Position zu Grönland zu ändern“, sagte der dänische Außenminister Lars Lökke Rasmussen. Die USA wollten Grönland weiter „erobern“. 

Bereits im Vorfeld haben mehrere europäische Staaten die Entsendung von Soldaten auf die dänische Arktisinsel angekündigt. Schwedische Soldaten sollten bereits am Mittwoch dort eintreffen, sagte Regierungschef Ulf Kristersson in Stockholm. Auch Norwegen, Deutschland und Frankreich wollen Truppen schicken.

Mehr militärische Präsenz

Einige Offiziere der schwedischen Armee sollten noch im Laufe des Mittwochs auf Grönland eintreffen, sagte der schwedische Regierungschef Ulf Kristersson in Stockholm. Sie würden auf Ersuchen Dänemarks entsandt. Dieses hatte zuvor einen Ausbau seiner Militärpräsenz auf der Arktisinsel angekündigt. „Wir werden unsere militärische Präsenz in Grönland weiter verstärken“, sagte der dänische Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen am Mittwoch. „Wir werden aber auch innerhalb der NATO auf mehr Übungen und eine verstärkte Präsenz der NATO in der Arktis drängen.“

13 Erkundungssoldaten aus Deutschland

Das deutsche Verteidigungsministerium hat ebenfalls angekündigt, Soldaten zu entsenden, und hatte von einer „Erkundung“ gesprochen, um Rahmenbedingungen für mögliche militärische Beiträge zur Unterstützung Dänemarks bei der Gewährleistung der Sicherheit in der Region auszuloten. Einem Regierungssprecher zufolge sollen 13 Erkundungssoldaten entsandt werden. Das Team solle schon am Donnerstagvormittag von einer Transportmaschine in die grönländische Hauptstadt Nuuk gebracht werden.

Auch Frankreich schickt auf Anfrage Dänemarks Soldaten. Präsident Emmanuel Macron schrieb auf der Plattform X, die ersten Militärangehörigen seien unterwegs. „Weitere werden folgen.“ Macron sprach von „gemeinsamen Übungen“, die Dänemark organisiert habe und die unter dem Namen „Operation Arctic Endurance“ (auf Deutsch etwa: „Einsatz Arktische Ausdauer“) liefen.

Frankreich wird angesichts der US-Ansprüche ein Konsulat auf Grönland eröffnen. Die Vertretung solle am 6. Februar ihre Arbeit aufnehmen, sagte der französische Außenminister Jean-Noël Barrot am Mittwoch dem Sender RTL. Die USA müssten aufhören, Grönland zu erpressen und die Kontrolle über die größte Insel der Welt zu fordern, so Barrot.

Nach einem erfolglosen Krisengespräch zwischen den USA, Dänemark und Grönland treiben Deutschland und weitere europäische Länder einen mehrtägigen militärischen Erkundungseinsatz auf der Arktisinsel voran.