Der Airbus A400M der Deutschen Luftwaffe in einer Seitenperspektive

Die Soldaten werden mit einem Airbus A400M der Deutschen Luftwaffe nach Grönland gebracht.. (picture alliance / Schoening / Schoening)

Deutschland und mehrere europäische Länder wollen einen zweitägigen Erkundungseinsatz auf der Arktisinsel durchführen. Bundesverteidigungsminister Pistorius betonte, dass man sich eng mit den USA innerhalb der NATO abstimme.

Norwegen wird nach eigenen Angaben zwei Soldaten entsenden, Schweden schickt einige Offiziere. Inzwischen kündigte laut der Nachrichtenagentur AFP auch Frankreich an, sich zu beteiligen. Details wurden zunächst nicht bekannt.

Russland: Falscher Vorwand für militärische Präsenz

Russland hat die Entsendung von Soldaten aus Deutschland und anderen NATO-Ländern nach Grönland kritisiert. Die NATO verstärke ihre militärische Präsenz in der Region unter dem falschen Vorwand einer wachsenden Bedrohung durch Moskau und Peking, hieß es in einer Erklärung der russischen Botschaft in Brüssel. Die Arktis müsse ein Gebiet des Friedens und der Zusammenarbeit bleiben.

Deutsche Politiker begrüßen Erkundungsmission

Die Entsendung von Bundeswehrsoldaten auf eine mehrtägige Erkundungsmission nach Grönland wird in der deutschen Politik positiv aufgenommen. Die grüne Verteidigungsexpertin Nanni sprach in der Rheinischen Post von einem starken Symbol. Der verteidigungspolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, Erndl, CSU, sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe, damit zeigten die Europäer einerseits, dass sie die Sicherheitsbedenken der USA adressierten. Andererseits machten sie deutlich, dass jede nicht abgesprochene Aktion des US-Präsidenten eine unmögliche Situation hervorrufen würde.

Grönland-Gespräche in Washington ergebnislos

Die Mission der europäischen Länder folgt auch auf wiederholte Äußerungen von US-Präsident Donald Trump, der die riesige Arktisinsel kaufen oder mit anderen Mitteln unter die Kontrolle der USA bringen will. Trump begründet das mit der Sicherheit für die Region und die US-Bevölkerung wegen einer Bedrohung durch China und Russland. Grönland ist Teil des Königreichs Dänemark und damit auch Teil der NATO und Bündnispartner der USA.

Gestern hatten Vertreter Dänemarks und Grönlands mit der US-Regierung in Washington über die Zukunft Grönlands beraten. Der Streit über die Insel konnte bei dem Treffen jedoch nicht beigelegt werden. Der dänische Außenminister Rasmussen sprach anschließend von grundlegenden Meinungsverschiedenheiten.
Aus dem Deutschlandfunk-Programm
We agreed to disagree – Das Ergbnis des USA-Grönlandgesprächs

Diese Nachricht wurde am 15.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.