Der Ausbau der Windenergie hat 2025 einen Rekordwert erreicht. In Deutschland wurden so viele Windkraftanlagen genehmigt, bezuschlagt und neu errichtet wie nie zuvor. Aus Sicht des Bundesverbands Windenergie hat die Bundesrepublik ihre Position als führender Standort in Europa ausgebaut, während der Windkraftausbau auf EU-Ebene deutlich hinter den Erwartungen zurückbleibt.
Deutschland hingegen verzeichnete einen starken Zubau und liegt bei neuen Anlagen europaweit an der Spitze. Die neu installierte Windenergieleistung an Land wuchs nach Angaben von Branchenverbänden gegenüber dem Vorjahr um mehr als 50 Prozent.
Es wurden 958 neue Windräder errichtet. Allerdings wurden auch Anlagen stillgelegt. Insgesamt stieg der Bestand an Windanlagen in Deutschland auf rund 29.000.
Rekorde bei Aufträgen von Windenergieanlagen
Vom Boom profitiert auch die Industrie. So meldete der Turbinenhersteller Nordex für 2025 den höchsten Auftragseingang seiner Unternehmensgeschichte. Der Auftragseingang stieg auf mehr als zehn Gigawatt.
Zugleich waren die Ausschreibungen der Bundesnetzagentur deutlich überzeichnet. In allen Runden überstieg die Nachfrage das angebotene Volumen. Für die kommenden Jahre soll das Ausschreibungsvolumen deshalb angehoben werden, um den hohen Genehmigungsbestand schneller umzusetzen. Im Durchschnitt dauert es mehr als zwei Jahre, bis nach der Genehmigung ein Windrad errichtet wird und es den ersten Strom ins Netz einspeist.
Windenergie ist wichtigste Energiequelle in Deutschland
Die stark gestiegene installierte Leistung schlug sich 2025 jedoch nicht entsprechend in der Stromerzeugung nieder. Grund war ein außergewöhnlich windschwaches Jahr. Die erzeugte Strommenge aus Wind ging leicht zurück. Dennoch blieb die Windenergie mit rund einem Viertel Anteil der wichtigste Energieträger im deutschen Strommix.
Branchenverbände rechnen damit, dass das Wachstum der Windenergie anhält. Damit dürfte Deutschland seine Führungsrolle in Europa weiter ausbauen.
Allerdings mahnt die Präsidentin des Bundesverbands Windenergie, Bärbel Heidebroek, an, dass zunehmend der langsame Netzausbau zu einem Problem wird. „Das Stromnetz muss endlich konsequent und mit hoher Dringlichkeit ausgebaut, modernisiert und digitalisiert werden. Einschränkungen beim Netzanschluss für erneuerbare Energien sind der falsche Weg.“ (mit dpa)