Kurz vor Gesprächen zwischen Dänemark und den USA im Weißen Haus hat US-Präsident Donald Trump seinen Anspruch auf Grönland bekräftigt. „Alles andere ist inakzeptabel“, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social.
Die NATO-Mitgliedschaft des zum Königreich Dänemark gehörenden Territoriums im Nordatlantik sei kein ausreichender Schutz für Grönland, so der US-Präsident weiter. Er wischte damit einen Vorstoß der Europäer zur Verstärkung der NATO-Präsenz in der Arktis vom Tisch, mit dem unter anderem Bundeskanzler Friedrich Merz versucht hatte, den Streit zu entschärfen.
„Die Vereinigten Staaten brauchen Grönland zum Zweck der nationalen Sicherheit“, schrieb Trump. Es sei elementar für den Aufbau der geplanten Raketenabwehr „Golden Dome“. Die NATO solle daher den Weg für eine US-Übernahme der Insel bereiten, so Trump weiter. In Versalien schrieb er: „WENN WIR ES NICHT TUN, WERDEN ES RUSSLAND ODER CHINA MACHEN, UND DAS WIRD NICHT PASSIEREN!“
Vance nimmt überraschend an Treffen teil
Der dänische Außenminister Lars Løkke Rasmussen und die für Außenpolitik zuständige grönländische Ministerin Vivian Motzfeldt werden an diesem Mittwoch im Weißen Haus zu Gesprächen erwartet.
US-Vizepräsident JD Vance bei einem Besuch Grönlands im vergangenen AprilBild: Jim Watson/AP Photo/picture alliance
Zu dem ursprünglich als Außenministertreffen geplanten Gespräch mit US-Chefdiplomat Marco Rubio meldete sich kurzfristig auch US-Vizepräsident JD Vance an. Das weckte Sorge vor einer konfrontativen Begegnung. Vance gilt als Hardliner. So hatte er etwa im vergangenen Februar bei einem Besuch des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Washington maßgeblich zur Eskalation des Gesprächs beigetragen.
Frankreich gab Dänemark im Vorfeld des Treffens nochmals Rückendeckung. „Sollte die Souveränität eines europäischen und verbündeten Landes beeinträchtigt werden, wären die Kettenreaktionen beispiellos“, sagte Präsident Emmanuel Macron nach Angaben von Regierungssprecherin Maud Bregeon während einer Kabinettssitzung. Paris verfolge die Lage mit größter Aufmerksamkeit und handle „in voller Solidarität mit Dänemark und dessen Souveränität“, fügte er demnach hinzu.
Frankreich eröffnet Konsulat in Grönland
Zuvor hatte der französische Außenminister Jean-Noël Barrot die Eröffnung eines französischen Konsulats auf der arktischen Insel für den 6. Februar angekündigt. Dies sei „ein politisches Signal, verbunden mit dem Willen, in Grönland stärker präsent zu sein, auch im wissenschaftlichen Bereich“, sagte Barrot dem Sender RTL.
Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erteilte dem US-Anspruch auf die Insel erneut eine Absage. „Grönland gehört seinem Volk“, sagte sie in Brüssel. Nur Dänemark und Grönland könnten über Dinge entscheiden, die sie beträfen, betonte von der Leyen.
Die Regierungen von Dänemark und Grönland hatten zuletzt deutlich gemacht, dass ein Verkauf oder eine Annexion Grönlands durch die USA nicht akzeptabel sind. Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen warnte vor einem Ende der NATO, sollte die US-Regierung ihre Ankündigungen wahr machen.
gri/pgr (dpa, afp)
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