Der Polier schwingt den Hammer: Der Rohbau für die DIS-Erweiterung steht. Foto: Heiko Weckbrodt
Halbleiterkonzern TSMC beteiligt sich an sieben Millionen Euro teurer Erweiterung
Dresden, 15. Januar 2026. Weil TSMC und andere Unternehmen in Dresden investieren, kommen mehr Fachkräfte mitsamt Familien nach Dresden – und damit steigt auch der Bedarf nach international ausgerichteten Schul- und Kita-Plätzen in der Stadt. Deshalb erweitert einerseits die Kommune derzeit die internationalen Unterrichtsangebote im Brecht-Gymnasiums, andererseits errichtet die private „Dresden International School“ (DIS) einen Anbau an der Annenstraße im Stadtzentrum. Der rund sieben Millionen Euro teure Neubau soll Platz für 90 bis 100 zusätzliche Schüler bieten und ist nun rohbaufertig – heute war Richtfest.
DIS-Direktor James Brightman. Foto: Heiko Weckbrodt
DIS als „weicher“ Ansiedlungsfaktor
„Wir schaffen hier neue Lernräume für Schüler aus Dutzenden Ländern“, freut sich DIS-Direktor James Brightman und bedankt sich bei TSMC, der Stadt, dem Freistaat, Müllermilch und vielen weiteren privaten und öffentlichen Mitfinanziers. Brightman ist überzeugt: Die breite Beteiligung an den Ausbaukosten zahlen sich letztlich für alle aus: „Unsere internationale Schule trägt wesentlich zur wirtschaftlichen Entwicklung von Dresden und Sachsen bei.“
Freistaat versprach AMD 1996 Subventionen, Fachkräfte – und eine internationale Schule
Die DIS entstand 1996 im Zuge der Ansiedlung des US-Prozessorherstellers AMD in Dresden: Durch die Chipindustrie, aber auch durch die Max-Planck-Institute, die TU Dresden sowie andere Unternehmen und Institute kamen mehr und mehr Akademiker und Fachleute aus dem Ausland nach Dresden und wünschten sich englischsprachigen Unterricht für ihre Kinder.
Die „Dresden International School“ unterrichtet rund 500 internationale und deutsche Schüler. Die Kapazität soll bis 2027 um 100 Plätze steigen. Foto: Heiko Weckbrodt
Privatschule und kommunales Gymnasium wollen Kurse auf Mandarin anbieten
Durch die Ansiedlung der ersten Europa-Chipfabrik von TSMC in Dresden folgt nun noch mal ein Nachfrageschub – und eben der Internationalisierungskurs am Brecht-Gymnasium und der DIS-Anbau. Zudem wollen beide Schulen mit Blick auf den Zuzug von Insel- wie Festlandchinesen auch Mandarin in ihr Curriculum aufnehmen – kommenden Donnerstag trifft sich Schulbürgermeister Jan Donhauser (CDU) deshalb auch mit einer Delegation aus Taiwan, um die konkrete „lokale Nachfrage nach Mandarinkursen in Dresden“ und „mögliche Kooperationen im Bereich kultureller Aktivitäten“ auszuloten. Zudem wollen Stadt- und DIS-Vertreter demnächst ein langfristiges Abkommen“ unterschreiben, das eine Förderung der internationalen Privatschule durch die Kommune vorsieht.
Autor: Heiko Weckbrodt
Quellen: Vor-Ort-Besuch, Auskünfte DIS-Direktor, Oiger-Archiv, LHD

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