Enttäuscht: Die Spieler von Borussia Mönchengladbach nach dem Spiel gegen die TSG Hoffenheim.

Stand: 15.01.2026 21:08 Uhr

Borussia Mönchengladbach hat in Hoffenheim ein Debakel erlebt. Trainer Eugen Polanksi zeigte sich nach der Partie schonunglos.

Rouven Schröder fasste die bisherige Saison von Borussia Mönchengladbach ganz gut zusammen: „Hoch und runter und wieder hoch und runter“, sagte der Sportchef nach der 1:5-Klatsche gegen die TSG Hoffenheim am Mittwoch. Innenverteidiger Nico Elvedi formulierte es so: „Wir kriegen die Konstanz nicht hin“, sagte der Innenverteidiger. Die Borussia steckt in dieser Spiezeit in der metaphorischen Achterbahn fest. Guten Leistungen folgte oft ein Absturz.

Zwischen oben und unten lagen in dieser Woche sogar nur drei Tage. Erst am vergangenen Sonntag feierte Gladbacher mit dem 4:0-Sieg gegen den FC Augsburg einen berauschenden Jahresauftakt und lag zur Pause schon mit 3:0 vorne. Schon am Mittwoch folgte dann das Debakel in Hoffenheim, wo die Borussia zur Halbzeit schon 0:4 hinten lag. „Wir waren einfach nicht da“, fiel Schröders Analyse kurz aus.

Reitz: „Es war einfach zu wenig“

Spielerisch waren die Gründe für die Niederlage in Hoffenheim schnell ausgemacht. Die Borussia verteidigte vor allem im ersten Spielabschnitt viel zu luftig. TSG-Stürmer Andrej Kramaric konnte schalten und walten wie er wollte und traf bereits vor der Pause drei Mal. „Wir haben vieles vermissen lassen, die Räume wieder vor der Kette viel zu groß gelassen. Das war zu wenig Kommunikation, zu wenig Intensität. Nenne man es, wie man wolle: Es war einfach zu wenig“, meinte Kapitän Rocco Reitz nach dem Spiel.

Auch Trainer Eugen Polanski wählte nach dem Spiel klare Worte: „Wir hätten unsere 100 Prozent bringen müssen. Dann hätte es vielleicht trotzdem nicht gereicht, aber hier hätte ein zufriedener Trainer gesessen“, sagte er. „Wenn wir mit 50 bis 70 Prozent auftauchen in Hoffenheim und überrascht sind, dass wir in der ersten Halbzeit vier Dinger kassieren, hat das etwas mit Mentalität zu tun.“

Polanski will nichts mehr schönreden

Und für Polanski ist auch klar, woher diese fehlende Mentalität kommt: „Wahrscheinlich sind wir zu weich und reden immer alles positiv“, sagte er und kündigte das Ende der Wohfühlzone an: „Nach Frankfurt haben wir die zweite Halbzeit positiv geredet. Jetzt ist Schluss damit, die zweite Halbzeit von heute reden wir nicht mehr positiv.“

Gegen die Eintracht lag die Borussia zur Pause bereits mit 0:5 hinten, hatte die zweite Halbzeit dann aber quasi mit 4:1 gewonnen. Gegen Hoffenheim ging die zweite Spielhälfte immerhin 1:1 aus. Polanski interessierte das nach dem Spiel aber nicht mehr.

Polanski: „Wenn es drauf ankommt, sind wir nicht da“

Von nun an soll bei der Borussia also ein anderer Wind wehen. Polanski nahm sich dabei auch selbst mit in die Verantwortung: „Es ist nicht so, dass die Mannschaft Spiele verliert, und wenn wir gewinnen, ist der Trainer der Beste. Das wird so nicht funktionieren“, sagte er. „Wenn es drauf ankommt und wir den nächsten Step machen wollen, sind wir gerade nicht da.“

Viel Zeit zum Nachdenken bleibt den Gladbachern ohnehin nicht. Schon am Samstag (15.30 Uhr) ist die Borussia zum Rückrundenauftakt beim Hamburger SV gefordert. Der HSV ist ausgeruht, denn das Spiel der Hamburger gegen Bayer 04 Leverkusen ist am Dienstag wegen Sicherheitsbedenken kurzfristig abgesagt worden. Auf dem Dach hatte sich zu viel Tauwasser gestaut. Die Partie gegen Borussia findet aber definitv statt, wie der HSV am Donnerstag bestätigte.

In Hamburg will die Borussia wieder ein anderes Gesicht zeigen als in Hoffenheim: „Ich hoffe, dass das schnell aus den Köpfen geht. Denn da war wenig, was Borussia Mönchengladbach ausmachen soll“, sagte Polanski. Das Gute an einer Achterbahn ist ja, dass es nach einem Absturz wieder nach oben geht. Irgendwann müssen die Gladbacher aber auch den Ausgang finden.

Unsere Quellen:

  • Deutsche Presse-Agentur
  • Pressekonferenz nach dem Spiel TSG Hoffenheim – Borussia Mönchengladbach
  • Rheinische Post

Sendung: „Ende der Gladbacher Wohlfühlzone“, WDR.de, 15.01.2026, 21:06 Uhr

Westdeutscher Rundfunk