Renovierung in Paris: Dieser 80-Quadratmeter-Wohnung gab die Innenarchitektin Alice Lacherez ein Makeover mit Japandi-Anklängen.
„Geradlinig, und nicht sehr pariserisch“ war diese helle Wohnung im 11. Arrondissement, die typisch für die Bauweise der 1970er-Jahre ist. In einem schlichten Gebäude mit Edelstahlfenstern, wie sie für dieses Jahrzehnt charakteristisch sind, nahm die Innenarchitektin Alice Lacherez eine umfassende Umgestaltung vor. Das Ziel? Den Räumen, die sich zu Beginn in einem schlechten Zustand befanden, neuen Charme zu verleihen: „Wir mussten dieser anfangs eher unscheinbaren Wohnung wieder mehr Charakter geben. Daher haben wir uns für einen japanisch inspirierten Stil entschieden, der auf hellem Holz basiert und von den bereits vorhandenen Metallrahmen inspiriert ist.“

Die Wohnräume wurden mithilfe von geschwungenen Durchgängen geöffnet und weicher gestaltet. Der skulpturale Kerzenhalter ist von Jessica Chetrit, die Vase und die Schale sind von Sophie Vaidie, der florale Aschenbecher ist Vintage – alles über Incuntrà Galerie.
Jeanne Perrotte
Die Stahlrohr-Stühle passen zur Bauzeit der Wohnung, den 1970er-Jahren.
Jeanne PerrotteGerade Linien und verspielte Motive
Da „die Räume bereits groß und offen waren“, nutzte die Innenarchitektin die Vorzüge des ursprünglichen Grundrisses und entfernte nur überflüssige Trennwände. Das Wohnzimmer und die Küche wurden mithilfe einer raffinierten, maßgefertigten Kücheninsel mit integrierter Sitzbank verbunden. Der Raum wird dadurch optimal ausgenutzt. „Ich habe mich an der japanischen Ästhetik orientiert“, betont Lacherez. Das bedeutete helle Eiche, mineralische Materialien und schlichte Linien. „Ich wollte aber auch ein wenig Pariser Flair einfließen lassen, etwas Raffinierteres, und zwar durch geometrische Formen, die das geradlinige Design der Wohnung auflockern“, fügt sie hinzu. Diese Entscheidung wurde zum roten Faden der Renovierung, bei der in jedem Raum auf dieselben verspielten Akzente zurückgegriffen wird: zackenförmige Elemente in Form von Griffen, Regalen oder auch als buntes Muster auf den Dedar-Stoffen der Sitzbank. „Diese dreidimensionalen Wellen auf dem Stoff sorgen für ein interessantes Spiel der Texturen“, erklärt Lacherez.

Die Kücheninsel mit Sitzbank ist das Herzstück des Wohnbereichs. Vase von Sophie Vaidie, Schale „Trace“ von Suhee Kim – alles über Incuntrà Galerie.
Jeanne Perrotte
Die Küche mixt weißen Marmor und helle Eiche und wurde mit Griffen versehen, deren Wellen-Motiv an vielen Stellen der Wohnung auftaucht.
Jeanne PerrotteHolz als wichtigstes Element
Die cremige Wandfarbe steht in Einklang mit den honigfarbenen Eichenmöbeln: „Ich wollte kein zu helles Holz, das dem Projekt einen skandinavischen Charakter verliehen hätte“, so die Innenarchitektin, deren Aufgabe es war, den 80 Quadratmetern mehr Helligkeit und Wärme zu geben. Wie häufig in ihren Wohnprojekten zu beobachten, verkleidete Lacherez die Küchenrückwand mit Spiegel. So reflektiert diese den ebenfalls verspiegelten Eingangsbereich, wodurch Helligkeit und Tageslicht deutlich verstärkt werden. „Doch letztlich ist es das Holz, das den Ton des Projekts vorgab“, sagt die Innenarchitektin, die sich für schlichte Oberflächen aus Marmor und Kunstharz in neutralen Farbtönen entschied, die mit dem großen Wandregal im Wohnzimmer harmonieren. „Die Höhe der Möbel verleiht dem Raum ein gewisses Volumen, da Wohnungen aus den 1970er-Jahren in der Regel keine sehr hohen Decken haben. Die Kombination aus horizontalen Linien, dekorierten und leeren Flächen sorgt durch den Kontrast für mehr Vertikalität.“

Das zackenförmige Motiv der Griffe und Regale spiegelt sich auch auf dem Dedar-Bezug der Sitzbank wider. Vase „Corolle“ von Sophie Vaidie, Skulptur „Corail“ von Odu und Vintage-Espressotassen von Casalinghi.
Jeanne Perrotte
Das Wandregal wurde von Alice Lacherez nach Maß entworfen. Schalen von Sophie Vaidie und Kim-Lou Monnier, Soliflore von Audrey Langlet, Skulptur „Loop I“ von Jessica Chetrit (alles über Incuntrà Galerie).
Jeanne PerrotteJapanische Einflüsse
Um die neue Einrichtung abzurunden, ergänzte Lacherez das Interieur mit Objekten, die Sandra Agostini, Betreiberin der Galerie Incuntrà in Boulogne-Billancourt bei Paris, zusammenstellte. „Es finden sich überall Kunstwerke“, so Lacherez, „die japanische Akzente setzen und gleichzeitig eine rustikale Note einbringen“, wie die Leuchten von Serax, deren Sichtbeton einen Kontrast zu den verchromten Glühbirnen bildet, oder die Leuchten, die in derselben Farbe wie die Wände und die Decke gehalten sind, „um einen bewussten Allover-Look zu schaffen“. Hinzu kommen einige Keramiken, die an die japanische Vegetation und den Wabi-Sabi-Stil erinnern. Um dennoch auch eine Verbindung zur Entstehungszeit des Gebäudes herzustellen, ergänzen röhrenförmige Stühle im Stil der 1970er-Jahre die Essecke.