Wie 1956

Sibirische Kaltluft in Bayern? Experte hält Kälterekord für möglich

16.01.2026 – 04:00 UhrLesedauer: 2 Min.

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Eine schneebedeckte Straße in München (Archivbild): Die Kaltluft könnte über Russland und Skandinavien nach Bayern kommen. (Quelle: Sven Hoppe/dpa)

Dreht der Winter noch einmal richtig auf? Ein Experte hält das für möglich – und fühlt sich an 1956 erinnert. Damals wurden in München fast minus 30 Grad gemessen.

Das Wetter hat sich nach turbulenten Tagen mit Schnee, Glätte und teils eisger Kälte in Oberbayern beruhigt. War es das mit dem Winter in München? Laut den Prognosen nicht. Stefan Ochs, ein als „Wetterochs“ bekannter Experte aus Franken, hält sogar einen Rekordwinter mit sibirischer Kaltluft für möglich.

Seinen Einschätzungen zufolge ähneln die derzeitigen Wetterprognosen denen von Ende Januar 1956. Der Februar dieses Jahres war vielerorts der kälteste Monat seit Beginn der Aufzeichnungen und brachte Temperaturen, die im Vergleich zum langjährigen Mittel rund zehn Grad niedriger lagen, berichtet das Fachportal „Kachelmannwetter“.

Bereits zu Beginn des Februars 1956 hatte sich in 1.300 bis 1.400 Metern Höhe eine Kaltluftblase mit Temperaturen unter minus 25 Grad gebildet. Besonders heftig war die Kältewelle am 9. Februar 1956, als in München-Riem laut „Kachelmannwetter“ minus 29,6 Grad gemessen wurden.

Doch zunächst bleibt das Wetter in München und Umgebung ruhig. Am Freitag erwartet das Portal „wetter.com“ Höchstwerte von acht Grad plus bei viel Sonnenschein. Am Samstag und Sonntag soll es demnach bei Werten um den Gefrierpunkt bewölkt bleiben. Kommende Woche Montag bis Mittwoch soll sich in der Landeshauptstadt laut „wetter.com“ immer mal wieder die Sonne zeigen, bei Höchstwerten von drei Grad plus und Tiefstwerten von minus drei Grad.

In der zweiten Wochenhälfte könnte es dann zu einem deutlichen Temperatursturz kommen. Dann wird die sibirische Kaltluft laut „Wetterochs“ nach Skandinavien und Russland vorrücken. Ob sie auch Bayern erreichen wird, ist noch unklar, erklärt der Experte. Allerdings sei ein „gewisses Potenzial“ für „extrem kaltes Wetter“ zum Monatswechsel vorhanden.

Einige Wettermodelle geben ihm recht und prognostizieren Ende der kommenden Woche teils deutlich sinkende Temperaturen. Das ICON-Wettermodell des Deutschen Wetterdienstes (DWD) sagt etwa am frühen Donnerstagmorgen (22. Januar) minus 10,2 Grad in München vorher. Das GEM-Modell des kanadischen Wetterdienstes rechnet am Samstagmorgen (24. Januar) gar mit Tiefswerten von minus 10,9 Grad in der Landeshauptstadt.

Andere Wettermodelle zeigen ebenfalls sinkende Temperaturen, jedoch ohne einen so dramatischen Temperatursturz. Für eine präzise Vorhersage ist es bislang noch zu früh. Der „Wetterochs“ schließt seine Einschätzung daher mit den Worten, dass bislang noch nichts entschieden sei. Fest steht aber: Es wird wieder kälter, der Winter ist nicht vorbei.