Washington (USA) – Er war scharf auf ihren Nobelpreis, jetzt hat er ihn – quasi: Die venezolanische Oppositionsführerin María Corina Machado (58) brachte US-Präsident Donald Trump (79) am Donnerstag bei einem Treffen im Weißen Haus ein ganz besonderes Geschenk mit.

„Ich habe dem Präsidenten der Vereinigten Staaten die Medaille, den Friedensnobelpreis, überreicht“, sagte Machado, als sie nach dem Gespräch mit Trump eine Gruppe von Anhängern vor dessen Amtssitz begrüßte. Für sich behalten hat sie allerdings die Urkunde, die neben der Medaille (18 Karat Gold) und umgerechnet eine Million Euro Preisgeld ebenfalls zur Auszeichnung dazugehört.

Auf einem Foto, das das Weiße Haus am Donnerstagabend (Ortszeit) veröffentlichte, sieht man Trump strahlend neben Machado im Oval Office – in der Hand hält er einen goldfarbenen Rahmen mit der Medaille.

Donald Trump (79) polterte diese Woche wieder einmal gegen das Nobelpreiskomitee und Norwegen. Er habe inzwischen „acht und ein Viertel“ Kriege beendet. Für jeden einzelnen hätte er einen Friedensnobelpreis bekommen sollen

Donald Trump (79) polterte diese Woche wieder einmal gegen das Nobelpreiskomitee und Norwegen. Er habe inzwischen „acht und ein Viertel“ Kriege beendet. Für jeden einzelnen hätte er einen Friedensnobelpreis bekommen sollen

Foto: Evelyn Hockstein/REUTERS

Warum gab Machado Trump ihre Friedensnobelpreis-Medaille?

Ihr Geschenk an Donald Trump begründete die Politikerin mit der „Anerkennung für sein einzigartiges Engagement für unsere Freiheit“. Beobachter werten die Situation allerdings anders und sagen, Machado versuche, Trumps Gunst zurückzugewinnen.

Die Vorder- und Rückseite einer Medaille für den Friedensnobelpreis sind im norwegischen Nobelinstitut in Oslo ausgestellt (Archivfoto aus Oktober 2024)

Die Vorder- und Rückseite einer Medaille für den Friedensnobelpreis sind im norwegischen Nobelinstitut in Oslo ausgestellt (Archivfoto aus Oktober 2024)

Foto: Steffen Trumpf/dpa

Machado laut Trump nicht die geeignete Maduro-Nachfolgerin

Trump sieht Machado nach wie vor nicht als Erfolg versprechende Nachfolgerin des gestürzten Despoten Nicolás Maduro (63). Das machte die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt (28), bei einer Pressekonferenz am Donnerstag klar. Es handele sich um eine „realistische Einschätzung“, die darauf basiere, was Trump von seinen Beratern und seinem nationalen Sicherheitsteam gelesen und gehört habe.

Leavitt ergänzte zum Treffen der beiden: „Ich glaube nicht, dass er etwas von Frau Machado hören muss. Ich denke, im Allgemeinen ist dies ein Treffen, zu dem der Präsident bereit war und das er gerne angenommen hat, um Frau Machado persönlich zu treffen und ein offenes und positives Gespräch über die Situation in Venezuela zu führen.“

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Ein paar Stunden nach dem Meeting im Weißen Haus meldete sich der US-Präsident auf Truth Social zu Wort. „Es war mir eine große Ehre, heute María Corina Machado aus Venezuela zu treffen. Sie ist eine wundervolle Frau, die so viel durchgemacht hat. María überreichte mir ihren Friedensnobelpreis für meine Arbeit. Welch wunderbare Geste gegenseitigen Respekts! Vielen Dank, María!“

Nobelpreis kann nicht einfach weitergereicht werden

Trump hatte seinen Wunsch nach dem Nobelpreis schon lange öffentlich bekundet und begründete dies mit seinem Engagement als Friedensstifter und der Beendigung diverser Kriege. Ausgezeichnet wurde vergangenes Jahr allerdings Machado für „ihren Einsatz für die demokratischen Rechte des venezolanischen Volkes“. Den Preis widmete sie Trump. Jetzt die Übergabe der Medaille! Die ist allerdings eine rein symbolische Geste. Das Nobelinstitut in Oslo hatte schon in der vergangenen Woche darauf verwiesen, dass ein Nobelpreis „weder widerrufen, geteilt noch auf andere übertragen werden“ kann.