Stahlarbeiter stehen vor den Tören der Hüttenwerke Krupp Mannesmann

Stand: 15.01.2026 19:00 Uhr

3.000 Beschäftigte bangen um ihre Jobs: Keine Zusage für Abfindungen durch die Arbeitgeber. Die IG Metall rief zum Warnstreik auf.

Seit neun Monaten fordert die IG Metall einen Sozialtarifvertrag für die Beschäftigten für den Fall einer Schließung des Duisburger Stahlwerks. Weil die Arbeitgeber bisher nicht auf die Forderungen eingegangen sind, ruft die Gewerkschaft die Beschäftigten heute am Donnerstag zum Streik auf.

In neun Monaten haben sie keine Anstalten gemacht, den Beschäftigten eine Perspektive zu bieten. Wir fühlen uns verarscht.

Karsten Kaus, erster Bevollmächtigter der IG Metall Duisburg

Die Stimmung unter den Beschäftigten sei aufgewühlt, sagt Karsten Kaus von der IG Metall.

Ein Drittel der Arbeitsplätze sollen gerettet werden

HKM gehört zu 50 Prozent Thyssenkrupp, Salzgitter hält 30 Prozent, Vallourec 20 Prozent. Das französische Unternehmen will bis 2028 aussteigen, Thyssenkrupp hat die Verträge für 2032 aufgekündigt. Thyssenkrupp-Chef Miguel Lopez hatte allerdings auch immer wieder betont, dass HKM zeitnah verkauft oder geschlossen werden soll. Salzgitter möchte den Standort in verkleinerter Form weiterführen. Etwa 1.000 Arbeitsplätze könnten so erhalten bleiben.

Gewerkschaft will über Abfindung verhandeln

Streikposten vor den Hüttenwerken Krupp Mannesmann

Die Eigentümer verhandeln über die Modalitäten einer Teilfortführung des Werks durch Salzgitter. Die IG Metall kritisiert, dass es auf Seiten der Betreiber keine Einsicht gebe, dass angesichts der angespannten Lage über Abfindung verhandelt werden muss. Man verweise auf die noch über Jahre laufenden Verträge, so Kaus.

Thyssenkrupp Steel will sich aktuell nicht zu den laufenden Verhandlungen äußern. Ein Sprecher der Salzgitter AG hat heute Mittag betont, „dass es in ihrem Interesse ist, auch in Zukunft einen Teil ihres Stahlbedarfs von der HKM beziehen zu können und sich deshalb für einen Erhalt des Standortes über 2032, auch in reduzierter Form, eingesetzt.“

Ein dauerhafter Weiterbetrieb der HKM in der jetzigen Form ist für die Salzgitter AG als alleiniger Gesellschafter angesichts der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht möglich.

Sprecher der Salzgitter AG

Unsere Quellen:

  • WDR-Gespräch mit Karsten Kaus von der IG Metall
  • Salzgitter AG
  • thyssenkrupp Steel Europe AG

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Duisburg, 15.01.2026, 19:30 Uhr

Westdeutscher Rundfunk