Oldtimerbranche in der Krise?
Classic Remise: Dieses Auto ist jetzt ein Geheimtipp
16.01.2026 – 08:00 UhrLesedauer: 3 Min.
Porsche reiht sich an Porsche: In der Düsseldorfer Classic Remise stehen jede Menge Klassiker. (Quelle: Oliver Langel/imago-images-bilder)
Steckt die Oldtimerbranche in einer Krise? Der Center-Manager der Classic Remise in Düsseldorf widerspricht und geht samt Geheimtipp auf die Marktveränderungen ein.
Die Classic Remise in Düsseldorf feiert in diesem Jahr ihr 20-jähriges Bestehen. Wer sich für Oldtimer namhafter Hersteller interessiert – sei es zum Bestaunen oder zum Kaufen – ist im ehemaligen Ringlokschuppen gut aufgehoben. Doch wie geht es der Oldtimerbranche aktuell überhaupt? Steckt sie wie andere Branchen in der Krise? t-online fragte nach.
Mika Hahn, Center-Manager der Classic Remise, sagt der Düsseldorfer Lokalredaktion von t-online: „Die Oldtimerbranche als Gesamtes ist sicherlich nicht in der Krise.“ Für ihn befindet sich der Markt vielmehr in Bewegung, wie es in der Vergangenheit schon immer der Fall gewesen sei. „Vor Jahren kauften wir bei den Amerikanern, weil der Dollarkurs für uns günstig war. Jetzt kaufen die Amerikaner bei uns. Und seit einigen Jahren werden auch neue Märkte erschlossen“, sagt Hahn.
Bei der Preisentwicklung berichtet der Center-Manager davon, dass manche Fahrzeuge aus älteren Baujahren an Wert verlieren, aber etwas jüngere Modelle auch an Wert dazugewinnen. Eine veränderte Nachfrage jüngerer Kunden spielt hierbei eine Rolle. Es sei auch nicht überraschend, „dass man zu Fahrzeugen seiner Jugend eine größere emotionale Verbindung hat als zu Fahrzeugen aus Epochen, die man nicht erlebt hat“, sagt er.
Gefallen sind die Preise laut Hahn bei Fahrzeugen, die nicht allzu selten sind, wie etwa einer Mercedes-Pagode. Vor einigen Jahren wurden noch VW T1 Sambabusse für fast 200.000 Euro gehandelt, auch hier hat sich der Preis nach unten korrigiert.
„Es ist gut und richtig, dass sich der Markt bei einigen Fahrzeugen beruhigt. Das bringt auch Bewegung und Belebung in den Markt und ist gut für die Käuferseite“, sagt Hahn. Es gibt aber auch weiterhin einige wertstabile Fahrzeuge, wie etwa den 300SL W198 Flügeltürer von Mercedes oder in den unteren Preisklassen den VW Käfer, Ford Mustang oder Citroën 2CV („Ente“).
Marcus Keller, der den Leasingbereich der Classic Cars leitet, sieht die Entwicklung auf dem Markt positiv. Viele Fahrzeuge seien zwischen den Jahren 2008 und 2017 zu reinen Spekulationsobjekten geworden, die nicht gefahren, sondern nur als Wertanlage in Garagen versteckt wurden.
Das gehe am Kern des Hobbys völlig vorbei und habe echte Enthusiasten enttäuscht, weil gesuchte Fahrzeuge plötzlich auch für Menschen mit einem ordentlichen Einkommen nicht mehr erschwinglich gewesen seien. Keller sagt jetzt: „Wir sehen, dass die Nachfrage entsprechend positiv auf die Preiskorrekturen reagiert.“
