Die Handwerkskammer Münster bleibt ein stabiler Standort für das Handwerk – fordert aber gleichzeitig verlässliche Regeln für die Unternehmensnachfolge.
Zum Jahresende 2025 waren 30.749 Betriebe in die Handwerksrolle der Handwerkskammer (HWK) Münster eingetragen. Damit ist der Bestand im Jahresverlauf um 137 Betriebe leicht gestiegen. Angesichts der Altersstruktur vieler Unternehmenschefs gewinnt das Thema Nachfolge weiter an Bedeutung. 43 Prozent der Inhaber, gesetzlichen Vertreter und persönlich haftenden Gesellschafter sind älter als 55 Jahre. HWK-Präsident Jürgen Kroos fordert deshalb verlässliche Rahmenbedingungen für Betriebsübergaben innerhalb von Familien: „Hände weg von der Erbschaftsteuer, solange das Bundesverfassungsgericht nicht geurteilt hat“, fordert er in Richtung Politik. Die Schonung des Betriebsvermögens müsse beibehalten werden, um den Fortbestand der Familienunternehmen im Handwerk – und damit auch der Arbeits- und Ausbildungsplätze – zu sichern.
In der Handwerksrolle gab es 3.291 Zu- und 3.154 Abgänge – die Dynamik im Betriebsbestand bleibt damit hoch. Die Entwicklung verläuft innerhalb der Gewerbegruppen unterschiedlich: Zuwächse verzeichnet vor allem das zulassungsfreie Handwerk, während die Betriebszahlen im Vollhandwerk und im handwerksähnlichen Gewerbe rückläufig waren. Auch die Gründungsaktivität bleibt stabil. Die Zahl der Existenzgründungen lag 2025 mit 2.933 leicht über dem Vorjahresniveau. Ein Blick auf die Betriebslöschungen zeigt: Wirtschaftliche Gründe werden nur in einem vergleichsweise kleinen Teil der Fälle ausdrücklich genannt, etwa durch Insolvenz, Auftragsmangel oder finanzielle Schwierigkeiten. Häufigster Löschungsgrund ist weiterhin die Betriebsaufgabe. Dabei sei zu berücksichtigen, so die HWK, dass die Angabe des Löschungsgrundes freiwillig erfolge. In der Praxis werde „Betriebsaufgabe“ oft auch dann angegeben, wenn wirtschaftliche Faktoren eine Rolle spielten. Viele Betriebe beendeten ihre Tätigkeit rechtzeitig und geordnet, wenn sich abzeichne, dass die Ertragslage nicht ausreiche, erklärt die HWK. Die Zahl der Insolvenzen sei zwar gestiegen, insgesamt bleibe ihr Anteil an allen Betriebslöschungen aber auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau.
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Text: Handwerkskammer Münster / handwerksblatt.de