Frankfurt/Main – Knast statt Terrorcamp! Die Polizei nahm an den Flughäfen Hannover und Stuttgart zwei Deutsche (18, 27) mit Migrationshintergrund fest. Die Männer waren nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft Frankfurt/Main auf dem Weg nach Syrien, um sich zu Terroristen ausbilden zu lassen. Jetzt sitzen sie in U-Haft.
Die in der Türkei bzw. in Afghanistan geborenen deutschen Staatsbürger hatten am Donnerstag Flüge gebucht. Getrennt voneinander wollten die Islamisten von Stuttgart (BaWü) und Hannover (Niedersachsen) Richtung Naher Osten starten.
Festnahmen an Flughäfen
Was die beiden mutmaßlichen angehenden Terroristen nicht ahnten: Sie waren schon länger im Visier der Polizei. Auf dem Weg zu den Gates schlugen Beamte von Spezialeinsatzkommandos (SEK) zu. Polizeisprecher Reza Rezai Hagh sagte am Freitag: „In einem umfangreichen Ermittlungsverfahren des Hessischen Landeskriminalamtes mit Beteiligung des Polizeipräsidiums Nordhessen unter Leitung der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main wurden gestern zwei Männer an den Flughäfen Hannover und Stuttgart festgenommen.“
Oberstaatsanwalt Dominik Mies ergänzte: „Weitreichende Ermittlungen der beteiligten Strafverfolgungsbehörden mit bundeslandübergreifenden Bezügen, insbesondere nach Nordrhein-Westfalen, konkretisierten den Verdacht der Ausreise der beiden Beschuldigten nach Syrien, um sich dort mutmaßlich ausbilden zu lassen und an Kampfhandlungen im Ausland teilzunehmen.“
Mutmaßliche Terroristen in U-Haft
Die Männer wurden einem Richter vorgeführt. Dieser steckte sie wegen des Verdachts auf Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat (§ 89a StGB) in U-Haft. Parallel wurden die Wohnungen der Verdächtigen in Kassel durchsucht. Dabei wurden eine Armbrust, Flyer und Broschüren vom sogenannten Islamischen Staat (IS), Geld, Telefone sowie Datenträger sichergestellt.
„Eine konkrete Gefährdung für die Bevölkerung bestand zu keinem Zeitpunkt. Die weiteren Ermittlungen dauern an“, so Polizeisprecher Reza Rezai Hagh abschließend.