Ein Rettungswagen des Deutschen Roten Kreuzes fährt mit eingeschaltetem Blaulicht durch eine Straße.

AUDIO: Sabotage an Rettungswagen? Zwei Unfälle wegen lockerer Radmuttern (1 Min)

Stand: 16.01.2026 13:23 Uhr

Zwei Rettungswagen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) im Landkreis Schaumburg sind am Donnerstagmorgen innerhalb weniger Stunden verunfallt. An den Wagen waren offenbar die Radmuttern gelockert worden.

Die Polizei ging ersten eigenen Angaben zufolge von Sabotage aus und ermittelt gegen Unbekannt. Am Donnerstagvormittag wollte eine Sprecherin der Polizei zunächst nicht mehr von Sabotage sprechen. „Ein Zufall ist hier sehr unwahrscheinlich“, sagte sie jedoch dem NDR Niedersachsen. Allerdings müsse man prüfen, ob es wirklich Manipulation durch Dritte gewesen sei. Theoretisch könnten sich Radmuttern auch von alleine lösen oder ein Fehler in der Werkstatt passieren, so die Sprecherin. Die Polizei überprüft nun, ob es sich bei den Fällen um einen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr handelt.

DRK: Es hätte viel schlimmer ausgehen können

Ein Unfall ereignete sich auf einer Landstraße bei Obernkirchen, der zweite bei Rodenberg. Dabei lösten sich jeweils auf der linken Hinterachse die Zwillingsreifen, sagte Bernd Gerberding, Geschäftsführer des DRK-Rettungsdienst im Landkreis Schaumburg. Die Rettungswagen seien auf der Achse weitergefahren und schließlich zum Stehen gebracht worden, so Gerberding. Einer der Rettungswagen befand sich bei dem Vorfall auf einer Einsatzfahrt. Die insgesamt vier Sanitäter und eine Patientin an Bord blieben unverletzt. Das sei reine Glückssache, es hätte viel schlimmer ausgehen können, sagte Gerberding dem NDR Niedersachsen. Der oder die Täter hätten den Tod von Helfern und Patienten billigend in Kauf genommen. Er sei entsetzt über die Taten.

Gelockerte Radmuttern an drittem Fahrzeug entdeckt

Nach den Unfällen seien alle anderen Rettungswagen überprüft worden. Auch bei einem dritten Fahrzeug seien gelockerte Radmuttern festgestellt worden, so Gerberding. Für ihn habe das System. Ihn erschrecke vor allem, dass die drei Fahrzeuge in Hallen an drei verschiedenen Standorten standen. Oberste Priorität habe jetzt, dass sich so etwas nicht wiederhole. Alle Mitarbeiter sind laut dem DRK-Chef sensibilisiert und die Rettungswagen werden regelmäßig überprüft. Zudem sei Anzeige erstattet worden. Andernorts in Niedersachsen hat es schon ähnliche Vorfälle gegeben. So wie im Mai vergangenen Jahres im Landkreis Goslar – glücklicherweise kam es dabei zu keinem Unfall.

Polizei: Immer wieder lockere Radmuttern bei privaten Autos

Weitere Fälle lockerer Radmuttern an Rettungswagen im Landkreis Schaumburg sind der Polizei nicht bekannt. Vor längerer Zeit habe es aber schon einmal gelockerte Radmuttern an einem Streifenwagen gegeben, so die Sprecherin. Auch an privaten Autos kämen gelockerte Radmuttern immer wieder einmal vor. Oft sei aber unklar, ob Dritte vorsätzlich manipuliert haben oder ob es andere Gründe gibt, teilte die Polizei mit.

Hinterer Teil eines Streifenwagens

Der Wagen war auf dem Parkplatz des Klosters Brunshausen abgestellt. Die Polizei hofft auf Hinweise.