
Stand: 16.01.2026 13:46 Uhr
Der Veterinärdienst hat aus einer Wohnung im in Bad Rothenfelde 17 offenbar vernachlässigte Hunde gerettet. Einer der beiden Halter soll in einem Haus in Bad Iburg bereits mehr als 40 Hunde gehalten haben.
Das teilte der Landkreis Osnabrück mit. Der Veterinärdienst habe die 17 Mischlingshunde am Donnerstagvormittag den beiden Haltern weggenommen und an Tierschutzorganisationen übergeben, sagte ein Landkreissprecher. Zuvor sei über das anonyme Meldeportal des Landes Niedersachsen eine Tierschutzanzeige eingegangen.
Landkreis: Fall von „Animal Hoarding“
Der Landkreissprecher bezeichnete die 17 Tiere im Alter von zwei bis zwölf Jahren als „vernachlässigt“. Ihr Ernährungs- und Pflegezustand sei zwar „mäßig bis gut“, es handele sich aber um einen Fall von „Animal Hoarding“. Die 17 ausgewachsenen Tiere hätten sich in den Räumen einer Wohnung aufgehalten und nicht etwa auf einem großen Anwesen, betonte der Sprecher.
Halter bereits bekannt – aus Fall mit mehr als 40 verwahrlosten Hunden

Die insgesamt 17 Tiere sind zwischen zwei und zwölf Jahre alt.
In der Wohnung in Bad Rothenfelde habe der Veterinärdienst die beiden Halter der Hunde angetroffen, so der Landkreis. Einer von ihnen ist ein Mann, der bereits wegen eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz vor dem Amtsgericht Bad Iburg stand. Laut Gericht hatte er damals 46 Hunde in einem abgelegenen Haus in Bad Iburg (Landkreis Osnabrück) zurückgelassen.
Urteil wegen Misshandlung der Tiere noch nicht rechtskräftig
Das Amtsgericht verurteilte ihn wegen Misshandlung der Hunde zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und vier Monaten und entschied, dass er nie wieder Tiere halten darf. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig, denn der 60-Jährige hat Berufung eingelegt. Auch der Landkreis hatte nach eigenen Angaben bereits damals ein Tierhalteverbot gegen den Mann verhängt. Durch das schnelle Handeln habe der Veterinärdienst in diesem Fall nun eine Verwahrlosung der 17 weiteren Hunde verhindern können, sagte der Landkreissprecher.

Außerdem darf er nie wieder Tiere halten. Der Mann soll 46 Hunde in katastrophalen Umständen zurückgelassen haben.

Für 24 von mehr als 45 Hunden wurde ein neues Zuhause gefunden. Die Tiere waren im Februar gerettet worden.

Die Tiere wurden aus einem leer stehenden Haus im Landkreis Osnabrück gerettet. Sie waren in einem extrem schlechten Zustand.

„Animal Hoarding“ kann ein Zeichen für eine psychische Erkrankung sein, sagt der Göttinger Psychiater Dirk Wedekind.
Dieses Thema im Programm:
NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 15.01.2026 | 18:00 Uhr
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