Karoline Leavitt, die Sprecherin von US-Präsident Donald Trump, sorgt nach dem gemeinsamen Treffen von Vertretern der USA, Dänemark und Grönland am Mittwoch für Irritationen. Bei einer Pressekonferenz am Donnerstag sprach sie davon, dass beschlossen worden sei, eine Arbeitsgruppe zu etablieren, die „technische Gespräche über den Erwerb Grönlands“ fortführen solle. Diese Gespräche sollen alle zwei bis drei Wochen stattfinden, sagte Leavitt.
Sie bekräftigte außerdem, dass Trump Grönland weiterhin erwerben wolle, da dies seiner Meinung nach im besten Interesse der nationalen Sicherheit sei. Trump hatte in der Vergangenheit seinen Anspruch auf Grönland unter anderem geopolitisch begründet: „Wenn wir Grönland nicht nehmen, werden es Russland oder China tun, und das werde ich nicht zulassen“, sagte er.
Zudem sagte Leavitt, die laufenden Nato-Erkundungsmissionen hätten keinen Einfluss auf Trumps Entscheidungen: „Ich glaube nicht, dass sich Soldaten in Europa auf den Entscheidungsprozess des Präsidenten auswirken, noch dass sie sein Ziel, Grönland zu erwerben, in irgendeiner Weise beeinflussen.“
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Dänemarks Außenminister hält Übernahme für ausgeschlossen
Der dänische Außenminister Lars Løkke Rasmussen reagierte deutlich auf die Aussagen von Leavitt. „Das kommt nicht infrage“, sagte er in Bezug auf einen Kauf Grönlands durch die USA. „Das wollen wir weder in Dänemark noch in Grönland, und es verstößt gegen alle internationalen Regeln“, sagte Rasmussen am Donnerstag im öffentlich-rechtlichen dänischen Sender DR. „Das verletzt unsere Souveränität“, fügte er hinzu.
Weiter erklärte er im dänischen Fernsehsender TV2: „Wir haben nicht zugestimmt, eine technische Gruppe einzurichten, die sich damit befassen soll, wie die USA Grönland übernehmen können.“ Rasmussen machte auch seine rote Linie deutlich: „Es ist klar, dass es nur sehr, sehr wenige Treffen geben wird, wenn sich herausstellt, dass sie andere Ambitionen haben.“
Rasmussen erklärte auch, dass seiner Meinung nach die Übernahme Grönlands durch Washington „nicht notwendig“ sei, um den Sicherheitsbedenken der USA in der Region Rechnung zu tragen.
Die Abgeordnete Aaja Chemnitz, die Grönland im dänischen Parlament vertritt, kritisierte die Statements aus dem Weißen Haus vom Donnerstag, wie die „New York Times“ berichtete. Man könne sich nicht auf einen Verbündeten verlassen, mit dem man Einigungen erlangt hätte, „nur damit dieser das Thema auf andere Art darstellt“.
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Trump hatte in den vergangenen Wochen immer wieder einen US-Besitzanspruch auf Grönland erhoben und dies mit nationalen Sicherheitsinteressen der USA in der Arktis begründet. Am Mittwoch bekräftigte er, Grönland müsse „in den Händen der Vereinigten Staaten liegen“ und erklärte, alles andere sei „inakzeptabel“. Bei den europäischen Nato-Partnern löste dies Sorgen um die Zukunft der Verteidigungsallianz aus. Grönland gehört als autonomes Gebiet zu Dänemark, das wie die USA Teil der Nato ist. (Tsp/AFP)