
Präsident Putin.
picture alliance / Sipa USA | Kommersant Photo Agency
Laut FAZ gerät Russlands Milliarden-Engagement in Venezuela zunehmend unter Druck.
US-Maßnahmen gegen Schattentanker bringen Russlands Öltransporte ins Wanken.
Der Kampf um Venezuelas Öl beeinflusst nicht nur die Politik, sondern auch Preise und Gewinne.
Russland hat über zwei Jahrzehnte hinweg nach Berichten der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ Milliarden Dollar in das Regime von Nicolás Maduro investiert, um den Verbündeten in Caracas wirtschaftlich und politisch zu stabilisieren.
Nach früheren Berechnungen der Nachrichtenagentur „Reuters“ beliefen sich russische Kredite und Investitionen seit 2006 auf rund 17 Milliarden US-Dollar, teils mit Laufzeiten bis 2027. Genaue Summen gelten als schwer zu ermitteln, zudem wurde die Rückzahlung eines 3-Milliarden-Kredits bereits mehrfach verschoben. Die Unterstützung diente damit nicht nur der kurzfristigen Finanzierung, sondern dem langfristigen Erhalt eines strategischen Partners in Lateinamerika.
Lest auch

Trotz Übernahme der USA: Russischer Ölkonzern will seine Anteile an Venezuelas Ölwirtschaft behalten
Warum Venezuelas Öl für Moskau so wichtig ist
Die geostrategische Bedeutung Venezuelas ergibt sich vor allem aus seinen enormen Ölreserven, die zu den größten der Welt zählen. Russland profitierte traditionell von der Zusammenarbeit im Energiesektor, etwa durch gemeinsam betriebene Öl- und Energieprojekte sowie koordinierte Exportströme, insbesondere in Phasen, in denen Caracas unter US-Sanktionen stand. Die Partnerschaft war dabei nicht nur wirtschaftlich, sondern auch politisch motiviert, da Venezuela seit den 2000er-Jahren als wichtiger Verbündeter Moskaus im globalen Machtkonflikt mit den USA galt.
Mit dem Sturz Nicolás Maduros Anfang Januar und dem daraus resultierenden wachsenden Einfluss der USA in Venezuela hat sich dieses Machtgefüge jedoch verschoben. Washington nutzt seinen Einfluss auf die venezolanische Ölwirtschaft sowie die Kontrolle über zentrale Absatzmärkte, um Druck auf den Ölpreis auszuüben. Ein empfindlicher Faktor für Russland, dessen exportabhängiger Energiesektor unter westlichen Sanktionen ohnehin belastet ist. Um den Ölpreis nachhaltig zu senken, wären allerdings massive Investitionen in Fördermengen und Produktionskapazitäten in Venezuela erforderlich. Ein Vorhaben, das derzeit an hohen Kosten und maroder Infrastruktur scheitert.
Lest auch

Russland, USA, Iran, Venezuela: Die neue Öl-Weltordnung und ihr goldenes Jahrzehnt
Sanktionen, Tanker und militärischer Druck
US-Präsident Donald Trump hat in diesem Zusammenhang militärisch und wirtschaftlich nachgelegt. Die Vereinigten Staaten haben wiederholt sanktionierte Öltanker beschlagnahmt, darunter mehrere Schiffe, die als Teil einer Schattenflotte gelten und Öl unter Umgehung von Sanktionen transportieren. In jüngster Zeit wurden dabei auch mit Russland in Verbindung stehende Tanker von US-Streitkräften aufgegriffen, was laut „FAZ“ die Transportkosten für russisches Öl erhöht und die Einnahmen Moskaus zusätzlich belastet.
fs