2001 war Daniel Craig noch nicht James Bond – spielte dafür aber den Antagonisten in einer ziemlich erfolgreichen Videospiel-Verfilmung. Mit dem Ergebnis war der „Knives Out“-Star jedoch alles andere als glücklich…
Bevor er sich 2006 erstmals in den ikonischen Smoking warf, war 007-Darsteller Daniel Craig noch ein vergleichsweise unbeschriebenes Blatt – dabei konnte er vor seiner Zeit als James Bond bereits auf eine 14 Jahre umfassende (und ziemlich vielseitige) Karriere zurückblicken.
1992 gab der Brite an der Seite von u.a. Morgan Freeman und Armin Mueller-Stahl sein Schauspiel-Debüt im Gesellschaftsdrama „Im Glanz der Sonne“, später konnte man ihn in so unterschiedlichen Werken wie dem Francis-Bacon-Biopic „Love Is The Devil“, dem Crime-Epos „Road To Perdition“, dem Gangsterfilm „Layer Cake“ oder Steven Spielbergs Historien-Thriller „München“ bewundern. Einen Eintrag würde Craig allerdings am liebsten aus seiner Filmografie löschen …
… und das, obwohl er sogar einen Rekord gebrochen hat! Die Rede ist von „Lara Croft: Tomb Raider“ – der im Jahr 2001 mit einem weltweiten Einspielergebnis von 275 Millionen US-Dollar „Pokémon – Der Film“ als bis dahin erfolgreichste Videospiel-Adaption aller Zeiten ablöste. Ganze neun Jahre lang konnte das erste Kino-Abenteuer der von Angelina Jolie verkörperten Gaming-Heldin diesen Titel verteidigen, bis es schließlich von „Prince Of Persia – Der Sand der Zeit“ überholt wurde.
Doch was sagt der Erfolg des Films über dessen Qualität aus? Nun, nicht allzu viel – gerade mal 21 Prozent aller von der US-amerikanischen Kritiken-Sammelseite Rotten Tomatoes erfassten Rezensionen fallen positiv aus. Wir von FILMSTARTS.de vergaben seinerzeit müde 2,5 von 5 Sternen für den Blockbuster, der „zwar die Erwartungen der eher anspruchslosen Actionfans“ erfülle, es aber nicht ansatzweise mit Vorbildern wie „Indiana Jones“ aufnehmen könne.
„Lara Croft: Tomb Raider“ bei Amazon Prime Video*
Noch viel härter aber geht Daniel Craig mit dem von Simon West („Con Air“) inszenierten Spektakel ins Gericht. Der heute 57-Jährige ist in „Lara Croft: Tomb Raider“ als Alex West zu sehen, dem großen Gegenspieler der titelgebenden Archäologin. In einem Interview mit Female First äußerte er sich wie folgt über den Film (via Far Out Magazine):
„Bei so etwas wie ‚Lara Croft – Tomb Raider‘ bist du der Tatsache ausgeliefert, dass es kein fertiges Drehbuch gibt. […] Man kann keinen Film ohne Drehbuch beginnen. ‚Lara Croft – Tomb Raider‘ hat mich ausgebremst. Es war der größte Fehler, den ich je gemacht habe. Das Drehbuch war ein einziges Chaos, irgendein wirres Zeug über zwei Meter große, verdammte grüne Affen oder so einen Blödsinn – und ich habe nie wirklich verstanden, worum es eigentlich gehen sollte.“
Daniel Craig bemitleidet Angelina Jolie
Allerdings habe es Angelina Jolie im Vergleich mit ihm noch deutlich schlimmer erwischt. „Angie hatte es schwerer, sie war in jeder Szene und musste sich danach den ganzen Mist anhören“, so Craig. Tatsächlich hat auch Jolie nie einen Hehl aus ihrer Enttäuschung über das filmische Ergebnis gemacht – wenn auch der Vollständigkeit erwähnt werden muss, dass sie die Rolle zwei Jahre später für die Fortsetzung „Lara Croft: Die Wiege des Lebens“ erneut übernahm.
Craig wäre dazu wohl unter keinen Umständen zu bewegen gewesen. „Ich hätte niemals zusagen dürfen“, so der „Queer“-Darsteller. „Ich kam mir die ganze Zeit vor wie das fünfte Rad am Wagen – und wahrscheinlich sah ich auch so aus.“
Auch mit den Dreharbeiten zu einem Bond-Film war Craig übrigens nicht sonderlich glücklich. Mehr dazu erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel:
„Ein ziemliches Desaster“: Daniel Craig hat es gehasst, diesen „James Bond“-Film zu machen
*Bei dem Link zum Angebot von Amazon handelt es sich um einen sogenannten Affiliate-Link. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision.