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eine Skateranlage, im Hintergrund hinter einem Zaun ist ein Schulbau erkennbar  Auf dem Gelände der jetzigen Skateranlage soll die neue Sporthalle entstehen. Baustart wird aber frühestens 2028 sein. © Preuß

Der Kunstrasenplatz am Saumurplatz soll bereits im Oktober fertig sein. Die neue Lönsweg-Halle lässt dagegen noch Jahre auf sich warten.

Sie hat 57 Jahre auf dem Buckel, entspricht mit ihrem Spielfeld von 20 mal 40 Metern nicht der Din 18032, ist weder gedämmt noch barrierefrei. Sie zu sanieren, energetisch und technisch auf den neuesten Stand zu bringen, wäre jedoch mit zu hohen Kosten verbunden. Und so fasste der Rat der Stadt Verden bereits im Juni 2019 den Beschluss, die Sporthalle der Grundschule am Lönsweg durch einen Neubau zu ersetzen.

Zwei Männer, die ein Stück Kunstrasen betrachten Kritisch beäugen Borstels Ortsbürgermeister Ralf Zieseníß (l.) und Ortsratmitglied Christian Thies die Kunstrasenprobe. © Preuß

Dann war erst einmal Ruhe im Karton, bis sich im Juni 2024 die außerschulischen Nutzer, darunter Boxer, Tänzer, Rollsportler und Leichtathleten, im Rahmen eines Beteiligungstermins zu ihren Bedarfen äußern konnten. Nun kommt weitere Bewegung in die Angelegenheit, besteht doch die Möglichkeit, Fördermittel zu bekommen. Und so befasste sich am Donnerstagabend der städtische Ausschuss für Schule und Sport mit dem Thema.

Das leidige wöchentliche Bürsten entfällt.

Mit rund 3,7 Millionen Euro aus dem Bundestopf „Sanierung kommunaler Sportstätten“ kalkuliert die Stadtverwaltung, denn unter gewissen Voraussetzungen gibt es auch Geld für Neubauten. Als Standort ist das Gelände der jetzigen Skateranlage vorgesehen. Rampen und Halfpipes sollen versetzt werden auf eine stadteigene Fläche östlich der Halle 57.

Die Kosten für die neue Schul- und Vereinssporthalle belaufen sich aktuell auf 8,3 Millionen Euro. Entstehen soll dafür eine 22 mal 44 Meter messende Halle, die per Vorhang in zwei Spielfelder aufgeteilt werden kann, mit ausreichend Platz für Umkleiden, Geräte und Technik.

Dass die Stadt bereit ist, diese Summe im Rahmen der Ko-Finanzierung aufzubringen, ist eine Bedingung für die Bewilligung der Fördermittel. Das entsprechende Votum gab der Ausschuss am Donnerstag einstimmig. Bis Geld fließt, wird aber noch geraume Zeit ins Land gehen. Acht bis zehn Monate, so sagte der zuständige Fachbereichsmitarbeiter Bastian Ehlers, brauche der Bund für seine Entscheidung. Rechnet man noch die Planungs- und Genehmigungsphase hinzu, ist mit einem Baustart nicht vor 2028 zu rechnen.

Wesentlich schneller soll es da gehen mit dem Bau eines zweiten Kunstrasenplatzes am Saumurplatz. Spätestens im Oktober oder November könnte das Kicken auf dem neuen Allwetterplatz möglich sein, so der Landschaftsplaner Niels Blatt. Größte Unwägbarkeit bei der Einhaltung des Zeitplans ist die Lieferung des Rasenteppichs neuester Bauart.

Lange Zeit war es üblich, Kunstrasen mit sogenannten Infills zum Beschweren – EPDM-Granulat und Sand – zu verlegen. Gerade wegen des Kautschuk-Granulats sei diese Bauweise aber in Verruf geraten, berichtet der Fachmann. Denn die kleinen Partikel verteilten sich „in der Landschaft“, wie Blatt im Ausschuss erklärte. Der Experte empfahl daher den Einbau eines Kunstrasens neuester Generation und zählte dessen Vorteile auf.

Das 38 Millimeter starke Produkt komme gänzlich ohne Infills aus, sodass auch kein Nachfüllen von Sand erforderlich sei. Und schon beim Bau würden bis zu 20 Lkw-Ladungen gespart. Zudem werde der Kunstrasen nicht mehr verklebt, sondern nur eingeklemmt. „Das macht die Auswechslung leichter“, so Blatt. Die Fußballer können beim Spielen ganz normale Stollenschuhe tragen. Dennoch sei das Material langlebiger und erheblich pflegeleichter. Niels Blatt: „Das leidige wöchentliche Bürsten entfällt.“

Nach diesen Aufführungen hatten weder der Ausschuss noch der zu diesem Thema hinzugeladene Borsteler Ortrat Bedenken, dem 1,14 Millionen Euro teuren Projekt zuzustimmen. Einzig die beiden Grünen-Vertreterinnen enthielten sich der Stimme, da ihre Fraktion grundsätzliche Vorbehalte gegenüber künstlichem Rasen hat. Daran änderte auch der Hinweis Blatts nichts, dass das vorgesehene Produkt zu 95 Prozent recycelbar sei.