
AUDIO: Berlinale 2026 eröffnet norddeutsch (1 Min)
Stand: 16.01.2026 17:42 Uhr
Die 76. Ausgabe der diesjährigen Filmfestspiele in Berlin startet mit „No Good Men“. Regie führte die in Hamburg lebende Afghanin Shahrbanoo Sadat, produziert hat den Film die Lübeckerin Katja Adomeit.
Die Berlinale, die neben Cannes und Venedig zu den großen Filmfestivals zählt, wird am 12. Februar eröffnet. Der Auftaktfilm, der an verschiedenen Orten in Deutschland gedreht wurde, soll im Sommer in die Kinos kommen. „Shahrbanoo Sadat gehört zu den spannendsten Stimmen des internationalen Kinos“, begründete Festivalleiterin Tricia Tuttle die Entscheidung. Auch in ihrem neuesten Werk rücke sie das Leben afghanischer Frauen in den Mittelpunkt.
Brosda: „Großartiger Start für die Berlinale“
Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda freut sich: „Was für eine tolle Nachricht! Dass die diesjährige Berlinale mit einem Film von Shahrbanoo Sadat eröffnet wird, garantiert dem Festival einen großartigen Start. Shahrbanoo Sadats künstlerisches Wirken ist geprägt von Mut, Kreativität und Leidenschaft. Sie nutzt die Kraft der Kunst, um bewegende Geschichten aus Afghanistan aus erster Hand zu erzählen“, sagte der SPD-Politiker.
Auch Helge Albers, Geschäftsführer der MOIN Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein, zeigte sich begeistert: „Besser könnte die Berlinale kaum beginnen: Mit ‚No Good Men‘ eröffnet das Festival unter der Regie einer beeindruckenden Filmemacherin. Shahrbanoo Sadat hat bereits mit ihren früheren Werken gezeigt, wie eindrucksvoll sie Geschichten erzählt – und dass sie Hamburg als Ankerpunkt ihres kreativen Schaffens gewählt hat, ist für uns ein besonderes Highlight.“
Regisseurin Sadat feierte schon Erfolge in Cannes

Shahrbanoo Sadat lebt seit 2021 in Hamburg.
Sadats Spielfilme „Wolf and Sheep“ (2016) und „The Orphanage“ (2019) konnten bei den Filmfestspielen von Cannes bereits Erfolge feiern. Mit dem Eröffnungsfilm der Berlinale setzt die Regisseurin nun ihre internationale Erfolgsgeschichte fort. Die MOIN Filmförderung begleitet Sadats Filmschaffen seit ihrem Debüt „Not at Home“ aus dem Jahr 2014. Auch „No Good Men“ wurde mit 354.000 Euro in der Produktion unterstützt.
Sadat lebt und arbeitet seit ihrer Evakuierung aus Afghanistan im August 2021 in Hamburg. Sie war bis 2025 Teilnehmerin des INTRO-Programms der Hamburger Behörde für Kultur und Medien. Das Programm fördert geflüchtete professionelle Künstler*innen in Hamburg, die nicht mehr in ihren Herkunftsländern arbeiten können.
Aus Wilhelmsburg und Rothenburgsort wird Kabul
„No Good Men“ wurde teilweise auch in Hamburg gedreht, die Stadtteile Wilhelmsburg und Rothenburgsort wurden in die afghanische Hauptstadt Kabul verwandelt – umgesetzt von der Hamburger Szenenbildnerin Marie-Luise Balzer. Das Drehbuch schrieb Sadat gemeinsam mit Anwar Hashimi, mit dem sie bei ihren früheren Projekten bereits zusammengearbeitet hat. Beide übernehmen in „No Good Men“ auch die Hauptrollen. Produziert wurde der Film von der Lübecker Produktionsfirma Adomeit Film.
Die romantische Komödie spielt in Kabul kurz vor der Rückkehr der Taliban und erzählt die Geschichte der Kamerafrau Naru. Betrogen von ihrem Ex-Mann und im Kampf um das Sorgerecht ihres Kindes hat sie den Glauben an gute Männer verloren. Doch als sie den Reporter Qodrat kennenlernt, beginnt sie, ihre Überzeugungen infrage zu stellen: Gibt es vielleicht doch einen guten Mann da draußen?

Da werden Talente gefördert wie einst Fatih Akin – oder der Standort Hamburg/Schleswig-Holstein beworben, wie Helge Albers erzählt.