US-Präsident Donald Trump hat Ländern, die seine völkerrechtswidrigen Übernahmepläne für Grönland ablehnen, mit Strafzöllen gedroht. „Ich werde möglicherweise Zölle gegen Länder verhängen, wenn sie bei Grönland nicht mitziehen“, sagte Trump am Freitag im Weißen Haus. Er wiederholte zudem seine Behauptung, die USA bräuchten die zu Dänemark gehörende Arktis-Insel „für die nationale Sicherheit“.
Trump hatte in den vergangenen Wochen immer wieder einen US-Besitzanspruch auf Grönland erhoben und dies mit nationalen Sicherheitsinteressen der USA in der Arktis begründet. Die Rede war von einem Kauf der Arktis-Insel, aber auch militärische Gewalt schloss Trump nicht aus. Experten vermuten, dass es Trump tatsächlich um Rohstoffe und um nebulöse Pläne von Silicon-Valley-Investoren auf der Insel geht.
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Unterdessen ist ein Erkundungsteam der Bundeswehr zusammen mit Soldaten aus anderen europäischen Staaten in Grönland angekommen. Eine Maschine mit den Männern und Frauen landete auf dem Flughafen in der Hauptstadt Nuuk, wie eine dpa-Korrespondentin berichtete.
Die Soldaten sollen nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Berlin Bedingungen für gemeinsame Militärübungen prüfen. Unter anderem Norwegen, Schweden, Finnland, Großbritannien, Frankreich und die Niederlande schicken Soldaten.
Ankunft der Bundeswehr in Nuuk
© AFP/ALESSANDRO RAMPAZZO
Es gehe um die Frage, ob die Arktis sicher sei und inwiefern Deutschland mit seinen Nato-Partnern dazu beitragen könne, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums in Berlin. Das deutsche Team – 15 Männer und Frauen – besteht demnach aus Logistikern und Experten unterschiedlicher Bereiche.
Grönland gehört als autonomes Gebiet zu Dänemark, das wie die USA Nato-Mitglied ist. Der Konflikt um die Arktis-Insel droht daher auch die Nato zu spalten. Außenminister Johann Wadephul sieht derzeit aber keine Anzeichen für eine gewaltsame Übernahme Grönlands durch die USA. Er habe von seinen Gesprächen mit Vertretern der US-Regierung „das sichere Gefühl mit über den Atlantik hier nach Deutschland genommen, dass wir ein gemeinsames Verständnis im atlantischen Bündnis haben und dass wir zu gemeinsamen Ergebnissen kommen“, sagte Wadephul am Freitag nach einem Treffen mit der österreichischen Außenministerin Beate Meinl-Reisinger.
„Wenn wir uns zu verteidigen haben, dann haben wir uns gegen andere von außen uns bedrängende Gefahren zu verteidigen, insbesondere gegen Russland“, fügte Wadephul an. Es gehe in der Grönland-Frage um die Frage, „dass wir gemeinsam mit anderen in der Lage wären und das auch konkret sind, Verantwortung für die Sicherheit im arktischen Raum zu übernehmen“, sagte Wadephul. „Das ist das Thema, das der amerikanische Präsident auf den Tisch gelegt hat“, fügte er an. (AFP)