Eine europäische Erkundungsmission ist in Grönland eingetroffen – als Reaktion auf die Annexionspläne von US-Präsident Donald Trump. 15 Bundeswehr-Soldaten erreichten am Freitagabend zusammen mit Militärpersonal aus Norwegen, Schweden, Finnland, Großbritannien, Frankreich und den Niederlanden die Arktis-Insel. Die Mission soll die Sicherheitslage prüfen und mögliche gemeinsame Militärübungen vorbereiten, während Trump weiter mit Zöllen gegen Widerstand droht.

Die deutsche Truppe besteht aus Logistikern und Experten verschiedener Fachbereiche – Männer und Frauen. Sie waren am Donnerstag vom dänischen Karup aus gestartet. Grönland ist weitgehend autonom, gehört aber zu Dänemark. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Berlin erklärte, Ziel sei es, die Sicherheit in der Arktis zu überprüfen und den Beitrag Deutschlands zusammen mit NATO-Partnern zu klären.

Stoltenberg warnt vor Unterschätzung

Ex-NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg, heute norwegischer Finanzminister, forderte im Spiegel-Interview eine klare Reaktion von NATO und EU. «Dass die Vereinigten Staaten erklären, sie wollten die Kontrolle über Grönland übernehmen, müssen wir ernst nehmen», sagte Stoltenberg. Er verwies auf die Begründungen aus Washington: «Ich nehme zur Kenntnis, was Trump und andere US-Vertreter sagen: Sie führen Sicherheitsinteressen der Vereinigten Staaten an, und manchmal reden sie von Bodenschätzen.»

Stoltenberg begrüßte die bisherigen europäischen Reaktionen: «Ich begrüße es, dass es klare gemeinsame Stellungnahmen gab – von den nordischen Staaten, von Deutschland, von anderen europäischen Staaten – dazu, dass Grönland zu Dänemark gehört und sie hinter Dänemark stehen.» Entscheidend sei nun: «Das Wichtigste ist jetzt, weitere Maßnahmen zu verhindern.»

Trump begründet Annexionswunsch mit Sicherheit