Wer hätte das gedacht? Deutschland und das Thema bargeldloses Bezahlen, jahrelang ein Thema für sich, bei dem wir im europäischen Vergleich eher die Rücklichter gesehen haben. Doch das aktuelle EPI Barometer soll zeigen, dass der Wind sich langsam aber sicher dreht. Falls ihr das Projekt wero noch nicht auf dem Schirm habt: Das ist der Versuch von über 16 europäischen Banken, darunter die Sparkassen und Volksbanken, ein echtes europäisches Gegengewicht zu Apple Pay, Google Pay und PayPal aufzubauen.

Das Barometer liefert ein paar spannende Einblicke, wie wir Deutschen aktuell so ticken, wenn es um die digitale Geldbörse geht. Mittlerweile nutzt jeder dritte Deutsche mindestens einmal pro Woche eine mobile Bezahl-App. Rund 10 Prozent der Befragten zücken sogar täglich das Smartphone oder die Smartwatch an der Kasse. Das Imageproblem scheint gelöst, denn 74 Prozent der Nutzer empfinden mobiles Bezahlen als einfach und 69 Prozent halten es für sicher.

Knapp 56 Prozent der Befragten zeigen sich zudem offen für die neue europäische Lösung wero. Bisher war wero vor allem für das Schicken von Geld in Echtzeit bekannt, quasi das europäische PayPal unter Freunden. Aber die Initiative gibt laut eigenen Aussagen  Gas. Seit Ende 2025 ist wero auch im E-Commerce gelandet. Die ersten großen Namen sind bereits an Bord oder haben den Start angekündigt, darunter Einzelhändler wie Lidl, Rossmann und Decathlon, aber auch Eventim, Cineplex oder Air Europa.

Meine Meinung dazu: Es ist löblich, dass Europa endlich eine eigene Infrastruktur aufbaut, um nicht komplett von US-Konzernen wie Visa, Mastercard oder Apple abhängig zu sein. Die technische Basis auf Echtzeit-Überweisungen ist modern und schnell. Das Problem bleibt, neben der Verbreitung, die Gewohnheit. Wer Apple Pay oder Google Pay einmal im System hat, wechselt nicht einfach so. Da müssen schon echte Mehrwerte her, wie zum Beispiel die angekündigte Integration von Treueprogrammen oder exklusive Rabatte bei den Partner-Händlern. Mal schauen, was noch aus wero wird, ich bin da noch verhalten skeptisch.

Transparenz: In diesem Artikel sind Partnerlinks enthalten. Durch einen Klick darauf ge­lan­gt ihr direkt zum Anbieter. Solltet ihr euch dort für einen Kauf entscheiden, erhalten wir ei­ne kleine Provision. Für euch ändert sich am Preis nichts. Partnerlinks haben keinerlei Einfluss auf unsere Berichterstattung.