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HAZ-Serie „Denkmale in Hannover“

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Vierflügelanlage hinter dem Bahnhof: So entstand vor knapp 120 Jahren das Amtsgericht Hannover

Mit der Großen Justizreform im Jahr 1852 gründete sich auch das Amtsgericht in Hannover – doch ein eigenes Gebäude bekam das Gericht erst knapp 60 Jahre später. Wie die Vierflügelanlage hinter dem Bahnhof entstand und was diese zum Denkmal macht, lesen Sie in einer weiteren Folge der HAZ-Serie „Denkmale in Hannover“.

Mitte. Vor fast 175 Jahren wurde mit der Großen Justizreform das Amtsgericht Hannover gegründet – doch das heute denkmalgeschützte Gebäude war damals noch lange nicht erbaut. Stattdessen befand sich das Amtsgericht erst im Reden’schen Palais und später im Alten Justizgebäude, das im Zweiten Weltkrieg komplett zerstört wurde und an dessen Stelle heute das Landgerichtsgebäude steht. Doch schon zwischen 1907 und 1911 entstand die Vierflügelanlage zwischen Volgersweg, Hinüber-, Leonhardt- und Augustenstraße, die aufgrund der Bedeutung für Bau- und Kunstgeschichte sowie Orts-, Siedlungs- und politische Geschichte unter Denkmalschutz steht.

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Vierflügelanlage hinter dem Bahnhof: Die Eckrisalite beim rund 115 Jahre alten Amtsgerichtgebäude sind besonders ausgeprägt. Oberbaurat Thoemer schuf Amtsgericht in historischen und barocken Formen

Errichtet wurde der laut Denkmalschützer „zwei- bis viergeschossige, verputzte Massivbau unter Walmmansarddächern“ hauptsächlich durch Oberbaurat Paul Thoemer. Neben ausgeprägten Eckrisaliten und einigen Natursteinelementen gebe es noch mehrere Innen- und Lichthöfe.

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Historische Aufnahme: So sah das Gerichtsgebäude am Volgersweg einst aus …… und so sieht das Hauptportal heute aus: Die neobarocken Elemente dominieren beim ansonsten historisch gestalteten Amtsgericht, die Bauplastiken stammen von Otto Richter.

Grundsätzlich ist das Amtsgericht in historischen Formen gestaltet, wobei insbesondere das Hauptportal zum Volgersweg hin auch (neo-)barocke Elemente zeigt; die Bauplastiken stammen von Otto Richter. So ist der Bau für die Denkmalschutzbehörde nicht nur von außen „künstlerisch bedeutsam“, sondern auch aufgrund „seiner bedeutenden Innenraumgestaltung“ – vorwiegend durch das monumentale Treppenhaus in der gewölbten Haupthalle.

Hingucker im Innern des Baudenkmals: Insbesondere durch sein monumentales Treppenhaus in der Haupthalle hat das Amtsgericht Hannover auch bei der Innenraumgestaltung einen Denkmalwert.

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Als man den alten „Justizpalast“ nach Kriegszerstörung nicht wieder aufbaute, wurden neben dem Hauptbau am Volgersweg wie schon einst zahlreiche weitere Gebäude in Hannover für das Amtsgericht genutzt, bis 1985 ein zusätzlicher Neubau an der Stelle des alten Postscheckamts eröffnet wurde.

HAZ