Kaffee gilt längst nicht mehr nur als Wachmacher. Studien zeigen, dass das beliebte Getränk – richtig eingesetzt – auch gesundheitliche Vorteile haben kann.
Für viele Menschen ist Kaffee ein fester Bestandteil des Alltags. Ob schwarz, mit Milch oder als Cappuccino – das Getränk gehört für Millionen zum Morgenritual. Parallel dazu wächst das Interesse an funktionellen Lebensmitteln, die mehr können sollen als nur satt oder wach zu machen. In diesem Zusammenhang taucht immer häufiger sogenannter Mushroom Coffee auf – Kaffee, der mit Extrakten aus Heilpilzen angereichert ist. Befürworter versprechen Vorteile für Gehirn, Immunsystem und Stoffwechsel. Ein Blick auf die Studienlage zeigt, was davon realistisch ist.
ANZEIGEKaffee als Basis: Warum er bereits gesund sein kann
Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass moderater Kaffeekonsum mit einem geringeren Risiko für bestimmte Erkrankungen verbunden ist. Dazu zählen Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und neurodegenerative Krankheiten. Verantwortlich sind unter anderem Polyphenole und Antioxidantien, die entzündungshemmend wirken.
Eine große Übersichtsarbeit im New England Journal of Medicine kommt zu dem Schluss, dass Kaffee bei gesunden Erwachsenen überwiegend positive Effekte zeigt – vorausgesetzt, er wird nicht übermäßig konsumiert.
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Was ist Mushroom Coffee eigentlich?
Beim Pilzkaffee handelt es sich nicht um ein Pilzgetränk im klassischen Sinne. Verwendet wird ganz normaler Kaffee, dem fein gemahlene Extrakte aus sogenannten medizinischen Pilzen zugesetzt werden. Diese Pilze sind geschmacksneutral bis leicht erdig und enthalten bioaktive Stoffe wie Beta-Glucane, Triterpene und Polysaccharide, wie die Medizinexpertin Lauren Manaker berichtet.
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Wichtig: Es werden keine Speisepilze wie Champignons eingesetzt, sondern speziell verarbeitete Heilpilze, meist in konzentrierter Extraktform.
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Diese Pilze werden besonders häufig verwendet
Igel-Stachelbart (Hericium erinaceus)
Auch als „Löwenmähne“ bekannt. Studien weisen darauf hin, dass Inhaltsstoffe dieses Pilzes das Wachstum von Nervenzellen fördern und entzündungshemmend wirken können. In kleinen Humanstudien zeigten sich zudem positive Effekte auf kognitive Leistung und Stimmung.
Chaga (Inonotus obliquus)
Chaga ist reich an Antioxidantien. Labor- und Tierstudien legen nahe, dass er das Immunsystem modulieren und entzündliche Prozesse dämpfen kann. Aussagen zur Krebsprävention stammen bislang überwiegend aus präklinischer Forschung.
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Reishi (Ganoderma lucidum)
Dieser Pilz wird traditionell zur Stressreduktion und Immunstärkung eingesetzt. Studien zeigen mögliche Effekte auf Blutzuckerwerte, Schlafqualität und subjektives Wohlbefinden.
Was sagt die Wissenschaft wirklich?
Die gesundheitlichen Effekte der genannten Pilze sind teilweise gut untersucht – allerdings meist isoliert, nicht in Kombination mit Kaffee. Viele Studien wurden im Labor oder mit Tieren durchgeführt, klinische Studien mit Menschen sind noch begrenzt.
Ernährungswissenschaftler weisen deshalb darauf hin, dass Mushroom Coffee kein medizinisches Produkt, sondern ein funktionelles Lebensmittel ist. Er kann eine ausgewogene Ernährung ergänzen, ersetzt aber keine Therapie.
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ANZEIGEPilzkaffee selbst zubereiten: So geht’s
Wer keinen fertigen Mushroom Coffee kaufen möchte, kann ihn leicht selbst herstellen.
- frisch gebrühten Kaffee
- Pilzextraktpulver (z. B. Reishi, Lion’s Mane oder Chaga)
- optional Milch oder Pflanzendrink
- Gewürze wie Zimt oder Vanille
Zubereitung:
- Kaffee wie gewohnt zubereiten.
- Eine kleine Menge Pilzpulver (meist 0,5–1 g) einrühren.
- Nach Geschmack Milch, Pflanzendrink oder Gewürze hinzufügen.
Wichtig ist, mit niedrigen Dosierungen zu beginnen und die Herstellerangaben zu beachten.
Und ohne Pilze? So trinken Sie Kaffee am gesündesten
Wenn Sie auf Pilzpulver verzichten möchten, bleibt Kaffee dennoch ein potenziell gesundes Getränk. Studien zeigen, dass schwarzer Kaffee besonders viele Antioxidantien liefert. Milch kann bestimmte Polyphenole binden und deren Wirkung leicht abschwächen – der Effekt ist jedoch moderat.