Russische Energieimporte gestoppt

Plötzlich zieht Xi Putin den Stecker

17.01.2026 – 17:03 UhrLesedauer: 2 Min.

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Xi Jinping und Wladimir Putin: China könnte langfristig gefährlicher sein als Russland, glaubt Schriftsteller Marko Martin. (Quelle: Mikhail Metzel/reuters)

China stellt ab Januar 2026 Stromimporte aus Russland ein. Der Grund: gestiegene Exportpreise.

China hat zum 1. Januar 2026 seine Stromimporte aus Russland vollständig eingestellt. Grund dafür sind laut russischen und internationalen Medienberichten gestiegene Exportpreise, die inzwischen über den inländischen Stromkosten in China liegen. Die bestehenden Verträge zwischen beiden Ländern bleiben zwar formal in Kraft, doch eine kurzfristige Wiederaufnahme der Lieferungen gilt als unwahrscheinlich.

Nach Angaben der russischen Wirtschaftszeitung „Kommersant“ bezieht sich die Einstellung auf Lieferungen der russischen Energiegesellschaft Inter RAO an den chinesischen Versorger State Grid Corporation. Seit 2012 sah ein Langzeitvertrag die Lieferung von bis zu sieben Milliarden Kilowattstunden Strom jährlich bis zum Jahr 2037 vor. Im Jahr 2022 lag die exportierte Strommenge laut Reuters noch bei 4,6 Milliarden Kilowattstunden. Seitdem ist sie kontinuierlich zurückgegangen – auf nur noch 0,3 Milliarden Kilowattstunden in den ersten neun Monaten des Jahres 2025.

Das russische Energieministerium teilte mit, die Priorität liege aktuell auf der Versorgung des heimischen Marktes im Osten Russlands. Die Preise seien durch Marktliberalisierung in der Region deutlich gestiegen – um rund 42 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In China hingegen bleiben die Strompreise stabil bei etwa 350 Yuan pro Megawattstunde.

Beobachter sehen auch eine mögliche Folge des Ukrainekriegs. Kiew greift seit Monaten gezielt russische Energieinfrastruktur an, um die Exportkapazitäten des Landes zu schwächen. Ob dies jedoch unmittelbare Folgen auf die Preisentwicklung oder Lieferfähigkeit hatte, bleibt unklar. Sowohl russische als auch chinesische Stellen erklärten, dass die vertragliche Partnerschaft weiterhin Bestand habe und man im Dialog über mögliche Fortsetzungen der Lieferungen stehe.