Transfer löste Völler-Wutanfall aus

Langjähriger Bundesliga-Star verabschiedet sich unter Tränen

17.01.2026 – 23:29 UhrLesedauer: 2 Min.

imago images 1071355708Vergrößern des Bildes

Kevin Kampl: Achteinhalb Jahre war er eines der Gesichter von RB Leipzig. (Quelle: IMAGO/Martin Stein/imago)

Kevin Kampl hat RB Leipzig im Winter nach achteinhalb Jahren verlassen. Red-Bull-Boss Oliver Mintzlaff wählte vor dem Spiel emotionale Worte und plauderte aus dem Nähkästchen.

Das 1:5 gegen den FC Bayern geriet bei RB Leipzig schon fast in den Hintergrund. Denn bereits vor dem Anpfiff wurde es tränenreich auf dem Rasen der Red-Bull-Arena. Nach dem plötzlichen Tod seines Bruders hatte Kevin Kampl zu Beginn des Jahres sein Karriereende verkündet und wurde am Samstagabend von Klub und Fans verabschiedet.

„Du bist eine Persönlichkeit, die diesen Verein mitgeprägt hat“, begann Red-Bull-Sportboss Oliver Mintzlaff seine Lobeshymne auf den zentralen Mittelfeldspieler. „Nimm dir die Zeit, die du brauchst, vor allem in dieser schwierigen Phase. Dann bist du immer herzlich willkommen bei uns.“ Kampl war im Sommer 2017 von Bayer Leverkusen zu den Sachsen gewechselt. Nicht ganz geräuschlos, wie Mintzlaff zunächst am Sky-Mikrofon und dann den knapp 48.000 Fans erzählte.

Als der damalige Sportdirektor Ralf Rangnick Mintzlaff erzählt habe, dass man Kevin Kampl verpflichten wolle, habe er den ehemaligen sportlichen Leiter Jochen Schneider angewiesen, Rudi Völler anzurufen, so Mintzlaff. Der heutige DFB-Sportdirektor arbeitete zu dieser Zeit in derselben Funktion in Leverkusen.

„Dann hat Jochen bei Rudi Völler angerufen und hat acht Millionen Euro geboten. Anschließend kam er kreidebleich zu mir ins Büro und sagte, Rudi Völler hätte ihn so angebrüllt wie nie jemand zuvor und aufgelegt.“ Am Ende zahlte Leipzig eine Ablöse von 20 Millionen Euro. „Aber jeder Euro, den wir für dich ausgegeben haben, war es wert“, sagte Mintzlaff unter dem lauten Jubel der Fans.

Kampl war eines der Gesichter der erfolgreichsten Phase der Vereinsgeschichte, in der RB zweimal den DFB-Pokal (2022, 2023) gewann und 2020 das Halbfinale der Champions League erreichte. Der Deutsch-Slowene absolvierte insgesamt 283 Pflichtspiele für den Klub.

Kampl hörte Mintzlaffs Geschichte mit einem breiten Grinsen und Tränen in den Augen. Anschließend bedankte er sich bei den Anhängern, die Zettel mit seiner Rückennummer 44 hochgehalten hatten. Zudem hing vor der Leipzig-Fankurve ein riesiges Banner mit der Aufschrift: „Stärke zeigt sich nicht nur auf dem Platz: Respekt Kevko!“