St. Paulis Eric Smith (l.) und Dortmunds Fabio Silva

AUDIO: Blessin: „Bringt uns nichts, wenn wir Lob bekommen“ (3 Min)

Stand: 17.01.2026 18:32 Uhr

Der FC St. Pauli hat in der Fußball-Bundesliga einen überraschenden Punktgewinn im letzten Moment verpasst. Am Sonnabend verloren die abstiegsbedrohten Hamburger beim Tabellenzweiten Borussia Dortmund mit 2:3.

von Johannes Freytag

Bis weit in die Nachspielzeit hatte es tatsächlich nach einem Remis ausgesehen, weil James Sands und Ricky-Jade Jones aus einem 0:2-Rückstand ein 2:2 gemacht hatten. Doch ausgerechnet Jones avancierte dann zum Unglücksraben: Sein Foul an Maximilian Beier wurde durch den VAR mit Elfmeter bestraft, die Aktion hatte sich Zentimeter innerhalb des Strafraums ereignet. Emre Can verwandelte zum 3:2-Siegtreffer für die Hausherren (90.+6).

St. Paulis Smith: „Das ist frustrierend“

„Das ist natürlich frustrierend, zum zweiten Mal hintereinander durch ein spätes Tor zu verlieren“, erklärte St. Paulis Eric Smith, der beide Hamburger Treffer vorbereitet hatte. Der Schwede bewertete die Foul-Aktion zudem als Fehlentscheidung: „Für mich fällt er schon, bevor Ricky ihn trifft.“

Auch Trainer Alexander Blessin haderte, sprach von einer „couragierten Leistung“ seiner Mannschaft: „Mit diesem Nackenschlag müssen wir umgehen. Wir sind uns unserer Situation bewusst, müssen endlich auch punkten. Es bringt uns nichts, wenn wir für unsere Leistung gelobt werden, am Ende aber mit leeren Händen da stehen.“

Nun Stadtderby und Englische Woche

Den Kiezkickern, die nun Tabellenletzter sind, steht eine Englische Woche bevor: Am Freitag (20.30 Uhr, im NDR Livecenter) kommt der HSV zum Stadtduell ans Millerntor. Vier Tage später (Dienstag, 20.30 Uhr) wird dort die ausgefallene Partie gegen RB Leipzig nachgeholt. Und am 31. Januar (15.30 Uhr) gastieren die Braun-Weißen beim FC Augsburg.

Eine Fußballtabelle vor eine Fußballmotiv

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Kaars wieder in der Startelf

St. Paulis Trainer Alexander Blessin veränderte seine Startelf gegenüber dem 1:2 in Wolfsburg auf einer Position. Für Jones (Bank) begann Martijn Kaars. Doch der Angreifer konnte sich kaum in Szene setzen, die Offensivaktionen St. Paulis waren wie so oft in der Vergangenheit überschaubar. Aber – wie auch in der Partie gegen Werder Bremen – überzeugte auch der BVB nicht, erst in der 13. Minute wurde er erstmals gefährlich: Brandts Aufsetzer klärte Hamburgs Hauke Wahl auf der Linie.

BVB trifft in der Nachspielzeit

Danach wurde das Spiel etwas besser: Zunächst revidierte der VAR einen Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Harm Osmers zugunsten St. Paulis – der Ball war Dortmunds Fabio Silva aus kurzer Distanz an den angelegten Arm geschossen worden (18.). Kurz darauf setzte Julian Brandt einen Freistoß wenige Zentimeter neben das Tor (26.). Im direkten Gegenzug vergab Mathias Pereira Lage die erste herausgespielte Torchance der Gäste, Gregor Kobel konnte parieren (27.).

Insgesamt blieb es jedoch eine Bundesliga-Partie auf niedrigem Niveau. Als alle mit einem 0:0 zur Pause rechneten, fiel doch noch das Führungstor für die Hausherren: Eine flache Hereingabe von Adeyemi kam durch bis zu Brandt, der zentral aus fünf Metern frei einschieben konnte (45.+1).

Adeyemi erhöht – doch St. Pauli kommt zurück, …

Wenige Minuten nach Wiederanpfiff ließ sich St. Paulis Defensive erneut viel zu einfach ausspielen: Brandts Pass in die Spitze nahm Silva – ohne dabei von Wahl und Karol Mets gestört zu werden – perfekt mit, bediente den mitgelaufenen Karim Adeyemi, der Nikola Vasilj zum 2:0 überwand (54.).

War das der Deckel auf der Partie? Nichts deutete darauf hin, dass die Kiezkicker noch einmal zurückfinden würden – und doch stand es knapp 20 Minuten später 2:2. Erst köpfte Sands eine Ecke von Smith zum Anschlusstreffer ein (62.). Dann überwand der eingewechselte Jones BVB-Keeper Kobel mit einer Volley-Bogenlampe – Vorbereiter war erneut Smith, diesmal per Freistoß (72.).

… und verliert doch

Nun ging es hin und her. Jones scheiterte aus spitzem Winkel an Kobel (78.), auf der Gegenseite packte St. Paulis Torhüter Vasilj im Gewühl vor Serhou Guirassy zu (81.). In der Schlussphase hatte Dortmund die besseren Chancen, und durfte am Ende tatsächlich jubeln. Ein bitterer Nachmittag für die Kiezkicker, die einen Punkt durchaus verdient gehabt hätten.

18. Spieltag, 17.01.2026 15:30 Uhr

Kobel – Can, Anton, N. Schlotterbeck – Ryerson (71. Couto), Jo. Bellingham, F. Nmecha (83. Özcan), Svensson – Adeyemi (71. Beier), Brandt (83. Chukwuemeka) – F. Silva (71. Guirassy)

3

Vasilj – Dzwigala (64. Ando), Wahl, Mets – Pyrka, Sands, Smith, Ritzka (64. Oppie), Fujita – Kaars (64. Jones), Pereira Lage

2

Tore

  • 1:0 Brandt (45. +1)
  • 2:0 Adeyemi (54.)
  • 2:1 Sands (62.)
  • 2:2 Jones (72.)
  • 3:2 Can (90. +6, Foulelfmeter)

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