Die Startelf der Hausherren schien seit mindestens einer Woche festzustehen, doch diese Annahme entpuppte sich als Trugschluss: Obwohl El Azzouzi unter der spanischen Sonne einen größtenteils missmutig-lustlosen Eindruck hinterlassen hatte, stand er gegen die Ostwestfalen in der Startelf, während sich Shinta Appelkamp mit einem Platz auf der Bank begnügen musste. Eine gewagte und aufgrund des Restaurant-Streits in Marbella wohl auch mannschaftsintern nicht unumstrittene Entscheidung von Trainer Markus Anfang. Ansonsten gab es im Vergleich zur Generalprobe gegen Liberec (3:1) nur eine weitere Änderung: Christian Rasmussen begann statt Luca Raimund.
Zum frühestmöglichen Zeitpunkt feierte also auch Winterzugang Satoshi Tanaka sein Zweitliga-Debüt, wenngleich nicht ohne jegliche Schwierigkeiten. Der Japaner trat in der ersten Hälfte fraglos mit einigen artistischen Grätschen und starken Balleroberungen in Erscheinung, allerdings ebenso mit ein paar Abstimmungsproblemen und leichtfertigen Fehlern. Ein Alleinstellungsmerkmal des 23-Jährigen war diese Tatsache aber keineswegs: Vor allem der Beginn geriet auf beiden Seiten zu einer fahrigen, nur selten ansehnlichen Angelegenheit. Näher als Itten war dem ersten Tor lange Zeit zwar niemand, aber auch sein Kopfball nach einer Flanke von Tim Oberdorf verfehlte das Ziel.
Immerhin hatte die Hereingabe des Innenverteidigers in diesem Fall einen Abnehmer gefunden, denn ansonsten offenbarte Fortuna erneut eines ihrer altbekannten Probleme: Sie flankte viel, auch in Person von Florent Muslija, aber einfach nicht gut genug. Zudem trat ein weiterer Schwachpunkt unübersehbar zutage, weil jeder vermeintlich noch so aussichtsreiche Angriff mal wieder am letzten Pass scheiterte. Und als selbst diese Hürde genommen war, klappte es mit der Führung noch immer nicht, weil El Azzouzi die Kugel in einem rätselhaften Anflug völlig deplatzierter Überheblichkeit freistehend über den Arminia-Kasten lupfte.
Auch die nächste dicke Gelegenheit vergab der Mittelfeldspieler höchstpersönlich, sodass die Partie trotz immer größer werdender Dominanz der Anfang-Truppe zunächst torlos blieb. Die Erlösung durch Itten kam erst kurz vor Schluss.