„Ophelia“
Nach Taylor-Swift-Hype: Museum Wiesbaden mit Aktion
18.01.2026 – 10:07 UhrLesedauer: 2 Min.
Taylor Swift inszeniert sich als „Ophelia.“ Das Musikvideo hatte einen Ansturm auf das Museum Wiesbaden ausgelöst. (Quelle: YouTube)
Selfies, Freundschaftsbändchen, Fanartikel: Der Taylor-Swift-Effekt hat das Museum Wiesbaden erfasst – und wirkt bis heute nach.
Was als Referenz in einem Musikvideo begann, entwickelte sich für das Museum Wiesbaden zu einem unerwarteten Publikumsmagneten. Seit Taylor Swift in „The Fate of Ophelia“ ein Gemälde aus der Sammlung aufgriff, strömen vor allem junge Fans in das Haus, um das Original von Friedrich Wilhelm Theodor Heyser zu sehen.
Nach Angaben von Museumsdirektor Andreas Henning kamen seit Veröffentlichung des Videoclips im Herbst an den Wochenenden jeweils 500 bis 600 meist junge Besucherinnen und Besucher ins Haus. Viele stellen sich für Fotos vor dem Gemälde an oder legten Freundschaftsbändchen davor ab – ein Ritual aus der Fan-Kultur der sogenannten Swifties.
Nun reagiert das Museum auf den anhaltenden Hype. Das Motiv ist ab sofort auf Tassen, T-Shirts, Postern und Beuteln erhältlich, wie das Museum Wiesbaden mitteilt. Die Artikel werden über einen neuen Onlineshop vertrieben und nach dem Print-on-Demand-Prinzip produziert. Einige Produkte sind weiterhin direkt im Museumsshop erhältlich.
Begleitet wird das neue Interesse der „Swifties“ von zusätzlichen Angeboten: Bereits im November feierte das Museum ein eigenes Event für Fans der Sängerin, zudem läuft eine kostenfreie Schnitzeljagd durch die Dauerausstellungen, die Bezüge zwischen Swifts Songtiteln und Kunstwerken herstellt. Am 7. Februar gibt es eine Malaktion mit dem Titel „Ophelia’s Blumen“ im Museum, zudem sind zwei Kinderführungen als „Taylor Swift Spezial“ geplant.
Friedrich Wilhelm Theodor Heyser schuf seine „Ophelia“ um 1900 als Jugendstil-Neuinterpretation der Shakespeare-Figur. Die im Wasser treibende Gestalt ist von Seerosen umgeben und greift Motive der Präraffaeliten auf. Wahrscheinlich war das Werk Teil einer größeren Ausstattung. Es gehört zur Neess-Schenkung des Museum Wiesbaden. Durch den popkulturellen Bezug erreichte das Werk ein Publikum, das sich zuvor kaum für Jugendstil interessierte.
