Der ukrainische Armeechef sieht eine Zunahme der Kampfhandlungen Russlands. Die ukrainischen Verluste seien rückläufig, lobt er. In Florida endeten die US-ukrainischen Gespräche ohne Ergebnis. Mehr im Liveticker.
Zweistellige Minusgrade, Stromausfälle und eiskalte Wohnungen: Kiew erlebt den härtesten Winter seit Kriegsbeginn. Die Gespräche zwischen der Ukraine und den USA sollen auf dem Weltwirtschaftsforum fortgesetzt werden.
Alle Ereignisse rund um den Krieg in der Ukraine und die internationale Sicherheitspolitik im Liveticker:
01:18 Uhr – Ukrainischer Armeechef: Russland steigert Produktion von Raketen und Drohnen
Russland zeigt nach den Worten des ukrainischen Armeechefs kein Interesse an Friedensgesprächen. „Im Gegenteil, wir beobachten, dass die Kampfhandlungen zunehmen und die Produktion von Angriffswaffen, Raketen und Drohnen gesteigert wird“, sagt Olexandr Syrskyj dem Online-Medium lb.ua in einem am Sonntag veröffentlichten Interview. Moskau plane, den Ausstoß auf bis zu 1000 Drohnen pro Tag zu erhöhen.
Syrskyj bezeichnet die ukrainischen Angriffe weit hinter der Front als „unsere Stärke“. Dadurch seien 719 Ziele getroffen und Schäden in Höhe von 15 Milliarden Dollar verursacht worden, vor allem in der russischen Ölindustrie. Die ukrainischen Verluste seien 2025 zudem um 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken, während die russischen Verluste „deutlich gestiegen“ seien.
Sonntag, 18. Januar:21:57 Uhr – Ukraine und USA setzen Gespräche in Davos fort
Die Ukraine und die USA wollen ihre Gespräche auf dem Weltwirtschaftsforum in der Schweiz fortsetzen. „Wir haben vereinbart, die Arbeit in den Teams bei den nächsten Beratungen in Davos fortzusetzen“, schreibt der ukrainische Chefunterhändler Rustem Umjerow auf Telegram. Bei dem jüngsten einer Reihe von Treffen in Florida hätten beide Seiten über Sicherheitsgarantien und einen Plan für den Wiederaufbau nach dem Krieg beraten.
10:29 Uhr – Selenskyj: Tote und viele Verletzte nach Russlands Angriffen
Bei neuen russischen Luftangriffen sind in der Ukraine nach Angaben von Präsident Selenskyj Dutzende Menschen verletzt und mindestens zwei getötet worden. „Mein Beileid gilt ihren Familien und Angehörigen“, teilte der Staatschef am Morgen in den sozialen Netzwerken mit. Russland habe erneut mehr als 200 Drohnen gegen die Ukraine eingesetzt.
„Allein in dieser Woche wurden mehr als 1300 Angriffsdrohnen, rund 1050 Gleitbomben und insgesamt 29 Raketen verschiedener Typen eingesetzt“, teilte Selenskyj weiter mit. „Deshalb braucht die Ukraine noch mehr Schutz – vor allem mehr Raketen für Luftabwehrsysteme.“ Das sei von den Verbündeten auch versprochen worden, hieß es in einem Video, das Selenskyj mit Bildern von den Schäden und Folgen der russischen Angriffe veröffentlichte.
03:38 Uhr – 20-Jährige stirbt bei russischem Angriff in Charkiw
Bei einem russischen Angriff auf die Stadt Charkiw ist nach Angaben der örtlichen Behörden eine 20-jährige Frau getötet worden. Eine Frau sei nach den vorliegenden Informationen durch einen Drohnenangriff auf ein privates Haus gestorben, erklärte der Bürgermeister von Charkiw, Igor Terechow, auf Telegram.
Samstag, 17. Januar:23:10 Uhr – Ukrainischer Militärnachrichtendienst fürchtet weitere Angriffe auf Stromnetze
Laut dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj verfügt der militärische Nachrichtendienst des Landes über umfangreiche Informationen zu Vorbereitungen weiterer russischer Angriffe auf den Energiesektor sowie auf die kritische Infrastruktur – „einschließlich Anlagen und Netze, die unsere Atomkraftwerke versorgen.“ Man sehe weiterhin keinerlei Bereitschaft vonseiten Russlands Vereinbarungen einzuhalten oder den Krieg zu beenden.
„Jeder einzelne russische Angriff auf den Energiesektor inmitten dieses harten Winters schwächt und untergräbt die Bemühungen der wichtigsten Staaten – insbesondere der Vereinigten Staaten – diesen Krieg zu beenden“, schreibt Selenskyj auf X.
22:40 Uhr – Stromausfall in russisch besetzter Region der Ukraine
In dem von russischen Truppen besetzten Teil der südostukrainischen Region Saporischschja ist es nach Angaben der Besatzer wegen ukrainischer Drohnenangriffe zu Stromausfällen gekommen. Das betreffe einen „bedeutenden Teil des Gebiets Saporischschja“, schrieb der von Moskau eingesetzte Gouverneur, Jewgeni Balizki, bei Telegram. Generatoren würden wichtige Objekte wie Krankenhäuser versorgen und die Wasserversorgung gewährleisten. Balizki rief die Bevölkerung zur Geduld für die Dauer der Reparaturarbeiten auf.
Gleichzeitig drohte Balizki mit Strafen bei der Veröffentlichung von Aufnahmen vom Einsatz der Flugabwehr und den Folgen von Einschlägen. In sozialen Netzwerken waren zuvor Videos von mutmaßlichen Drohneneinschlägen in einem Umspannwerk bei der Großstadt Melitopol verbreitet worden. Den Besatzungsbehörden zufolge ist auch der russisch besetzte Teil des benachbarten Gebiets Cherson von den Stromausfällen betroffen. Mehrere hundert Siedlungen seien ohne Elektrizität, teilte der vom Kreml eingesetzte Gouverneur Wladimir Saldo mit.
22:00 Uhr – Belarussische Oppositionsführerin Tichanowskaja will von Litauen nach Polen gehen
Die belarussische Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja will aus Sicherheitsgründen von Litauen nach Polen umziehen. Wie aus ihrem Umfeld und dem polnischen Außenministerium verlautete, wird die seit 2020 in Litauen im Exil lebende Oppositionelle bald mit ihrem Team nach Warschau gehen. Die Behörden in Vilnius hatten im Oktober die Sicherheitsvorkehrungen für Tichanowskaja verringert, ihr Team hatte seitdem über eine verstärkte Bedrohung durch den belarussischen Geheimdienst KGB in Litauen geklagt.
14:34 Uhr – Ukrainische Unterhändler beginnen Gespräche
Die ukrainischen Unterhändler für eine Friedensregelung für das von Russland angegriffene Land sind zu den angekündigten Gesprächen in den USA eingetroffen. Das teilte Kyrylo Budanow, Leiter des ukrainischen Präsidentenamtes, auf Telegram mit. Er wird vom Leiter des ukrainischen Sicherheitsrates, Rustem Umjerow, und dem Fraktionschef der Präsidentenpartei Diener des Volkes, Dawyd Arachamija, begleitet.
„Die Ukraine braucht einen gerechten Frieden. Für dieses Resultat arbeiten wir“, schrieb Budanow.
14:10 Uhr – Zehntausende ukrainische Familien ohne Strom nach russischen Angriffen auf Butscha
Nach erneuten russischen Angriffen auf die ukrainische Energieinfrastruktur ist bei 56.000 Familien in der Region Butscha der Strom ausgefallen. Wie das ukrainische Energieministerium am Samstag meldete, betrafen die Ausfälle bei klirrender Kälte hauptsächlich Menschen in Butscha nahe der Hauptstadt Kiew. Wegen „anhaltender massiver Angriffe“ sei jedoch in der gesamten Ukraine der Energie-Notstand ausgerufen worden. Auch im Süden des Landes rund um Odessa sei es zu Stromausfällen gekommen.
In mehreren Regionen sei „wegen der Überlastung der Anlagen durch den hohen Verbrauch während der Kälteperiode“ der Strom abgeschaltet worden, erklärte das Ministerium weiter.
12:37 Uhr – Selenskyj ordnet schnellere Stromimporte an
Präsident Selenskyj hat wegen der anhaltenden russischen Angriffe auf die Energieversorgung den schnellstmöglichen Ausbau der Stromimporte und der Einfuhr zusätzlicher Energieausrüstung angeordnet. „Alle dafür nötigen Entscheidungen sind bereits getroffen, und die Steigerung der Importe muss ohne Verzögerung erfolgen“, teilt Selenskyj nach einem Treffen mit hochrangigen Regierungs- und Militärvertretern auf der Online-Plattform X mit.
12:14 Uhr – Wieder russische Angriffe auf Gasanlagen
Russland hat bei einem nächtlichen Luftangriff in der Ukraine erneut Anlagen zur Gasproduktion getroffen. Dies teilt der staatliche ukrainische Energiekonzern Naftogaz mit. Demnach war es der sechste derartige Angriff innerhalb einer Woche. „Es handelt sich um gezielte Angriffe auf die zivile Infrastruktur, um die Ukrainer während der kalten Jahreszeit von Heizung und Gas abzuschneiden“, erklärt das Unternehmen über den Kurznachrichtendienst Telegram.
10:32 Uhr – Russland meldet Einnahme von zwei Ortschaften
Russische Truppen haben nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau die Ortschaften Prywillja in der ukrainischen Region Donezk und Pryluki in der Region Saporischschja eingenommen.
06:34 Uhr – Verhandlungen über Sicherheitsabkommen starten
Die Verhandlungen zwischen den USA und der Ukraine für ein Ende des russischen Angriffskriegs sollen am heutigen Samstag in Miami im US-Bundesstaat Florida fortgesetzt werden. Dabei soll es ukrainischen Angaben zufolge vor allem um Sicherheitsgarantien und die langfristige ökonomische Entwicklung des osteuropäischen Landes gehen.
00:53 Uhr – Schäden an Stromleitung – Kiew und Moskau vereinbaren begrenzte Waffenruhe am AKW Saporischschja
Russland und die Ukraine haben eine örtlich begrenzte Waffenruhe für Reparaturen an der letzten verbliebenen Reservestromleitung des Atomkraftwerks Saporischschja vereinbart. Nach der Vereinbarung der dortigen Waffenruhe sollten die Reparaturarbeiten „in den kommenden Tagen“ beginnen, teilte die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien mit.
Die letzte Reservestromleitung des AKW war am 2. Januar durch militärische Aktivitäten in der Region beschädigt und deshalb abgeschaltet worden. „Diese zeitweise Waffenruhe – die vierte, die wir ausgehandelt haben – zeigt die unverzichtbare Rolle, die wir weiterhin spielen“, sagte IAEA-Direktor Rafael Grossi. Nach Angaben seiner Organisation und deren Team vor Ort hatte es rund um das Atomkraftwerk vergangene Woche täglich Luftalarm gegeben.
dpa/rtr/afp/epd/AP/krott/cvb/sebe