
Torhüterin Sarah Wachter ist in der Champions League ein großer Rückhalt für Borussia Dortmund. © Peter Ludewig
3 Min Lesezeit
Große Erleichterung bei den Handballerinnen des BVB. In einem hart umkämpften Spiel bei OTP Group Budućnost in Podgorica in Montenegro setzte sich der BVB dank einer starken Leistung in der zweiten Hälfte verdient mit 25:22 (12:10) durch und hat mit nunmehr sechs Punkten in der Gruppe A der EHF Champions League wieder gute Chancen auf das Erreichen der Play-offs.
Mit 19 Paraden war Nationaltorhüterin Sarah Wachter der große Rückhalt im Tor des BVB, der seinen ersten Auswärtssieg in der Königsklasse feierte.
BVB-Trainer Groener zufrieden
Sichtlich zufrieden war auch Borussen-Coach Henk Groener, als die slowakischen Schiedsrichter die Partie abpfiffen. Verständlich, sah es doch bis zur 51. Minute beim Stand von 21:21 nicht zwingend nach einem Sieg des BVB aus: „Wir haben über 60 Minuten lang gekämpft, haben nur 22 Gegentore kassiert. Die Abwehr hat über das ganze Spiel hinweg richtig gute Arbeit geleistet. Sarah Wachter war ein großer Rückhalt. Vorne haben wir uns zum Teil schwer getan, haben selten einfache Lösungen gefunden. Nach dem Ausgleich zum 21:21 neun Minute vor dem Abpfiff hatten wir aber wieder einen guten Lauf, haben vorne getroffen und kaum noch ein gegnerisches Tor zugelassen.“
Die Partie begann zäh auf beiden Seiten, geprägt von Nervosität und hohen Fehlerquoten. Doch der BVB fing sich schnell, angefeuert von einem Dutzend mitgereister BVB-Fans in der riesigen Arena in Podgorica.
BVB kassiert drei Kopftreffer
Nach knapp vier Minuten schaffte der BVB durch Alina Grijseels sein erstes Tor zum 1:1-Ausgleich, scheiterte ansonsten gleich mehrfach an der stark haltenden Torfrau Attingré. Nach einer Viertelstunde führte Budućnost dank seiner stabilen Abwehr mit 6:5, besonders am Innenblock und an Torfrau Attingré mit einer Quote von über 40 Prozent biss sich der BVB zunächst die Zähne aus.
Es blieb ein zähes und torarmes Spiel. In dem Sarah Wachter in Minute 22 ihren ersten Siebenmeter parierte und auch ansonsten stärkste Borussin mit einer sensationellen Quote von fast 50 Prozent war. Dazu hatte die Borussin noch großes Pech, wurde dreimal am Kopf getroffen. „Das kann immer passieren. Aber bei allen drei Kopftreffern hat sich niemand bei Sarah entschuldigt“, zeigte sich Henk Groener wenig erfreut über das mangelnde Fairplay des Gegners.
Der BVB kam zusehends besser in die Partie. Zum ersten Mal in Führung ging die Borussinnen nach 23 Minute zum 8:7 durch die wenige Sekunden zuvor hereingekommene Deborah Lassource, mit der der BVB erheblich an Wurfqualität gewann. Trotz doppelter Unterzahl in der letzten Minute vor der Pause schaffte es Schwarzgelb sich durch Tore von Kamp Nielsen und Bleckmann auf 12:10 zur Halbzeit abzusetzen.
Zufrieden mit der Leistung seines Teams: BVB-Coach Henk Groener.© Peter Ludewig
Hochmotiviert kam der BVB aus den Kabinen. Die Abwehr ließ Budućnost kaum eine Lücke, das Tempo insgesamt war höher als vor der Pause. Nach Treffern von Alieke van Maurik und Kelly Vollebregt hieß es schnell 14:10.
Nach 40 Minuten führte der BVB mit 18:14, konnte aber nicht verhindern, dass der Vier-Tore-Vorsprung schmolz. Neun Minuten vor dem Abpfiff egalisierte Budocnost auf 21:21.
Doch der BVB blieb ruhig, Alina Grijseels führte klug Regie und setzte immer wieder Dana Bleckmann, Kelly Vollebregt oder Alieke van Maurik in Szene. Die Crunchtime eröffnete schließlich Emma Olsson mit dem Tor zum 23:21 (55.), per Siebenmeter – reaktionsschnell im Nachwurf – erhöhte Deborah Lassource auf 24:21 (57.). Nach Guro Nestakers Treffer zum 25:22 (58:40) war dem BVB der Sieg nicht mehr zu nehmen.
Aufstellung und Tore
BVB: Wachter, Szikora – Grijseels (2), Kusian, Antl, van Maurik (4), Nielsen (1), Lassource (5/2), Husebø (1), Olsson (2), Vollebregt (4), Nestaker (1) Egeling (1), Bleckmann (4), Menne, Lehmann.