Gleich ein Erfolgserlebnis für den Umschüler! Beim 2:0 von Dynamo gegen Greuther Fürth feierte Dresdens Jakob Lemmer (25) einen Top-Einstand in neuer Rolle. Nach der Verpflichtung von Jason Ceka (26), der sich rechts wohler fühlt, muss der Außenflitzer jetzt auf den linken Flügel wechseln. Und die Maßnahme scheint Lemmer sogar noch besser zu machen…
„Ich habe jahrelang rechts gespielt, links ist ungewohnt“, gesteht der Offensivmann, der aus 25 Metern zum vorentscheidenden 2:0 (50.) einlochte. „Es ist schon ein Unterschied, wenn dann der andere Fuß außen ist. Dafür kann ich mit dem starken Rechten in die Mitte ziehen und aufs lange Eck zielen. Vielleicht bin ich auf linken Seite sogar torgefährlicher.“
Ähnlich denkt sein Trainer Thomas Stamm (42): „Lemmis größte Stärke ist sein Abschluss. Von der linken Seite kommt er deutlich öfter auf seinen starken Fuß und hat oft einen besseren Winkel. Man sieht auch im Training, wenn er aus der Distanz zum Schuss kommt, ist die Treffer-Wahrscheinlichkeit immer wieder sehr hoch.“
BILD erklärt die (seiten)verkehrte Welt des Dynamo-Profis. Tatsächlich kann es die Weiterentwicklung des gebürtigen Gießeners nochmal auf ein anderes Level heben. Rechts neigte Lemmer oft dazu, sich den Ball einfach am Gegner außen vorbei zu legen und über seine Schnelligkeit voll auf Flanken von der Grundlinie zu setzen.

Jakob Lemmer will vor den Augen seines Trainers Thomas Stamm jetzt von der Außenlinie nach innen ziehen
Foto: IMAGO/Jan Huebner
So erhöht der Flügel-Tausch jetzt seine Flexibilität. Stamm: „Über die nächsten Wochen oder Monate wird er sich dort weiter steigern und beides spielen können. Durch das Tor bekommt er jetzt nochmal ein besseres Gefühl. Wenn du über Jahre nur rechts gespielt hast, braucht es eine gewisse Zeit. Im Training hat er die letzte Woche schon deutliche Schritte im Vergleich zum letzten Testspiel gemacht.“
Klar ist, dass Lemmer jetzt noch an seinen Flanken mit dem linken Fuß feilen wird. Dies würde ihn letztlich deutlich unberechenbarer werden lassen. Taktisch bringt es dem Coach weitere Vorteile: „Es ist immer die Frage, ob du die eigenen Außenverteidiger durch hereinziehende Offensivspieler noch einen Tick mehr ins Spiel bekommen willst. Das können wir von Spiel zu Spiel entscheiden.“
Lucky Lemmer pulvert jetzt aus anderen Lagen
Anders als früher spielen heutzutage deutlich mehr Kicker seitenverkehrt. „Da versuche ich mich, inspirieren zu lassen“, grinst Jakob Lemmer.
Bei seinem fünften Saisontreffer im Heimspiel gegen Fürth lauerte er nach Ballgewinn von Mitspieler Julian Pauli übrigens im Zentrum. „Ich habe aufgedreht, hatte gemerkt, dass ich Platz hatte. Ich erwische das Ding gut, auch wenn der Schuss nicht so eine hohe Schärfe hatte, aber er war ziemlich platziert und der Torwart wohl etwas überrascht.“
Kein Wunder! Dass Lucky Lemmer – frei nach Lucky Luke – jetzt bei Dynamo Dresden aus anderen Lagen lospulvert, daran muss sich die 2. Liga auch erst gewöhnen. Und vielleicht schlägt er im Ost-Kracher gegen den 1. FC Magdeburg am Samstag ja gleich wieder zu …