Der normale Mensch stöhnt vermutlich auf: Es ist zum Verrücktwerden! Noch bevor ein sowieso schon für Europa schlechtes Zollabkommen mit den USA endgültig beschlossen ist und in Kraft tritt, ist es auch schon wieder null und nichtig. Weil US-Präsident Donald Trump seine Zollpolitik unberechenbar immer wieder auch für seine politischen Ziele missbraucht, kann sich Europa nicht mehr auf Vereinbarungen verlassen.
Jetzt also Strafzölle für europäische Länder, die sich im Grönland-Streit auf die Seite Dänemarks stellen. Das Hin und Her ist für die heimische Wirtschaft genauso schlecht wie die neuerlichen, möglicherweise um zehn Prozent höheren Zölle für Exporte in die USA selbst. Wirtschaft braucht Verlässlichkeit zum Gedeihen.
Das gilt aber auch für die US-Wirtschaft. Produkte, die sie heute in der EU bestellt, können bei Lieferung schon um zehn oder wie viel Prozent auch immer teurer sein. Schaden wird auf beiden Seiten entstehen. Deshalb muss auch von dort Druck auf den erratisch-narzisstischen Präsidenten ausgeübt werden. Zumal auch die amerikanische Bevölkerung eindeutig gegen den Kurs von Trump ist.
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Wirtschaft
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Im Umgang mit Narzissten wie Trump gibt es nur zwei Möglichkeiten
Es wäre klug von der europäischen Wirtschaft, jetzt ihre guten Kontakte zu ihren Handelspartnern in den USA zu nutzen. Die haben ähnliche Interessen wie sie selbst. Jedenfalls ist es besser, gemeinsam zu argumentieren, als wütend überzureagieren. Oder gar die Nato infrage zu stellen. Und vielleicht hört Trump ja auf seine eigene Wirtschaft samt Arbeitsmarkt mehr als auf Gezeter in Europa.
Verfolgen Sie unseren Live-Blog: So wird über Trumps Strafzölle diskutiert
Natürlich kann es so nicht weitergehen. Aber eine narzisstische Persönlichkeit wie Trump wird sich nicht freiwillig ändern. Sie kreist nur um sich und ihre eigenen Ziele. Und wer da nicht mitmacht, wird entweder mit Strafen belegt oder mit Liebesentzug und Nichtbeachtung gepeinigt, bis er gefügig ist. Das können Psychologen für private Verhältnisse bestätigen. Bislang dachten wir nur, dass Politik anders, professioneller funktioniert.
Da hilft es nur, hart zu reagieren oder die Beziehung zu beenden. Da die EU kaum ihre Beziehung zu den USA und damit derzeit Trump beenden kann und auch nicht sollte, hilft nur eine klare Reaktion. Womit nicht eine Zollerhöhung auf amerikanischen Whisky gemeint sein kann. Die allein wäre lächerlich.
Handelsbeziehungen mit anderen Regionen ausweiten
Das Aussetzen des Zollabkommens, das null Zölle für alle US-Produkte in der EU vorsieht, ist ein erster Schritt. Folglich müssen auch amerikanische Lieferanten weiter mit Zöllen rechnen. Europa ist nicht machtlos. Das Handelsbilanzdefizit der USA mit der EU beträgt rund 200 Milliarden Dollar. Das liegt weniger an Zöllen als vielmehr an weniger attraktiven Produkten, die die USA anbieten können. Die sind vor allem bei der Tech-Industrie stark.
Vor allem sollte die EU die Handelsbeziehungen mit anderen Regionen der Welt ausbauen. Das ist das bedeutsame Signal des Mercosur-Abkommens mit Südamerika, das am Wochenende besiegelt wurde. Das ist auch wichtig für die Wirtschaft in OWL. Allerdings dürfen Verhandlungen mit Indien, Indonesien und anderen nicht wieder 25 Jahre dauern. Wenn das schnell gelingt, muss sich in Europa über Trump niemand die Haare raufen.