Bielefeld. Das trübe Wetter und der Winter hatten zuletzt dafür gesorgt, dass die Natur am und im Teutoburger Wald einen eher traurigen Eindruck machte. Noch trauriger wirken da nur noch gefällte Bäume, die einem NW-Leser an der Promenade aufgefallen waren: Mehrere mächtige Stämme stapeln sich derzeit wenige Meter von der Schönen Aussicht entfernt. Und der trübe Anblick warf eine Frage auf: Hat es dort statt des üblichen Rückschnitts etwa einen „Kahlschlag im großen Stil“ gegeben, wie der Leser mutmaßt?
Der Umweltbetrieb (UWB) der Stadt Bielefeld kann hier beruhigen: Auf dem Kamm oberhalb der Stadt habe keineswegs die wilde Axt gekreist. „Auf der Promenade fand kein Kahlschlag statt“, versichert UWB-Sprecher Michael Koch auf Anfrage der NW. „Es wurden lediglich gezielt kranke Bäume entnommen.“ Konkret handelte es sich vor allem um Eschen, die vom sogenannten Eschentriebsterben befallen waren. Diese Pilzerkrankung lässt die Bäume von der Krone her absterben und macht sie auf Dauer instabil. „Die Bäume drohten, auf einen der zahlreichen Wege zu kippen“, so Koch. Die Fällungen seien deshalb aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht unumgänglich gewesen.
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Was für Spaziergänger aktuell nach viel Holz auf engem Raum aussieht, ist laut Umweltbetrieb das Ergebnis mehrerer Wochen Arbeit. „Die hier gestapelten Bäume sind das Resultat einer behutsamen und punktuellen Entnahme einzelner Bäume, die über den gesamten Oktober und November vergangenen Jahres gefällt wurden“, sagt der Sprecher.
Pragmatischer Weg, die Baumstämme abzutransportieren
Also kein radikaler Eingriff an einem Tag, sondern viele kleine Maßnahmen über einen längeren Zeitraum. Auch dass die Stämme noch immer an der Promenade liegen, hat einen pragmatischen Grund. Damit nicht für jeden einzelnen Baum ein Lastwagen anrücken musste, entschieden sich die Forstarbeiter des UWB für ein anderes Prozedere: „Die Bäume wurden vor Ort liegengelassen und dann gesammelt – nach dem Abschluss der Arbeiten – in einer konzentrierten Aktion gerückt und anschließend abgefahren“, erläutert Koch. Inzwischen ist diese Maßnahme abgeschlossen, der Abtransport steht kurz bevor.
Zurück bleiben Lücken im Baumbestand, die im winterlichen Grau besonders auffallen. Aus Sicht des Umweltbetriebs waren sie jedoch notwendig, um die Sicherheit der vielen Spaziergänger, Jogger und Radfahrer auf der Promenade zu gewährleisten.📱 News direkt aufs Smartphone: Hier finden Sie den kostenlosen Whatsapp-Kanal der NW-Bielefeld