Auf einem Grundriss einer Wohnung liegen Geldscheine und Schlüssel.

AUDIO: Nachrichten 17:00 Uhr – 19.01.2026 (6 Min)

Stand: 19.01.2026 17:23 Uhr

Die Mieten in Kiel und Lübeck sind laut Institut für Weltwirtschaft (IfW) 2025 um etwa 50 Cent pro Quadratmeter gestiegen. Der Lübecker Mieterbund sieht das kritisch und fordert mehr bezahlbaren Wohnraum.

Wer sich im vergangenen Jahr in Kiel oder Lübeck auf Wohnungssuche begeben hat, musste im Schnitt etwa 50 Cent mehr pro Quadratmeter zahlen als noch ein Jahr zuvor. Das geht aus dem aktuellen Greix-Mietpreisindex hervor, den das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) nun veröffentlicht hat. Demnach lag die Kaltmiete in Kiel in 2025 bei durchschnittlich 11,31 Euro, in Lübeck bei 11,88 Euro. Damit liegen die beiden größten Städte Schleswig-Holsteins unter dem Bundesschnitt von 14,15 Euro.

Mieterbund: In Lübeck fehlen 8.500 Wohnungen

Auch wenn Kiel und Lübeck mit der Steigerung in der Analyse noch unter dem Bundesschnitt liegen, betrachtet der Lübecker Mieterbund die Entwicklung mit Sorge. Die rund 50 Cent mehr in der Hansestadt seien ein Zeichen dafür, dass es mit der Mietpreisentwicklung weiter nur in eine Richtung gehe, erklärt der Geschäftsführer des Lübecker Mieterbundes Thomas Klempau. Allein dort fehlen seinen Angaben zu Folge 8.500 Wohnungen. „Angebot und Nachfrage sind völlig aus dem Ruder gelaufen“, so Klempau.

Eine junge Frau steht lächelnd mit einem Umzugskarton in den Händen vor einem Studentenwohnheim.

Wer im vergangenen Jahr in Kiel oder Lübeck eine Wohnung gesucht und gefunden hat, musste im Schnitt 50 Cent pro Quadratmeter mehr zahlen als noch ein Jahr vorher.

Er fordert, dass Bund, Länder und Kommunen für mehr bezahlbaren Wohnraum sorgen. Notfalls müssten diese Ebenen selbst in den Bau einsteigen, erklärt der Geschäftsführer des Lübecker Mieterbundes.

Inseratsdauer in Lübeck und Kiel zurückgegangen

Ein weiteres Indiz für den Druck auf dem Wohnungsmarkt sowohl in Kiel als auch in Lübeck ist die Zeit, wie lange Wohnungen inseriert sind. Die Dauer hat seit 2015 im Schnitt deutlich abgenommen, erklärt das Kieler Institut für Weltwirtschaft ohne genaue Zahlen zu nennen. Gleichzeitig ist der Anteil an Wohnungen, die maximal zwei Tage online sind, den Angaben zu Folge deutlich gestiegen.

Kaltmiete in München bei knapp 23 Euro pro Quadratmeter

In die bundesweite Analyse sind nach Angaben des IfW Wohnungsangebote von mehr als 100 Immobilienplattformen und Maklerwebsites eingeflossen, gebündelt über die Value-Marktdatenbank. Dabei hat sich das IfW die Daten für 37 Städte und Regionen in Deutschland angeschaut. Die höchsten Quadratmeterpreise wurden demnach mit knapp 23 Euro im vergangenen Jahr in München aufgerufen.

Eine Zeitung, in der Immobilien annonciert sind.

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