Wohnungsmarkt in Frankfurt

Vier von zehn Mietangeboten liegen über dem Mietspiegel

20.01.2026 – 05:00 UhrLesedauer: 2 Min.

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Wohnungen in Frankfurt (Symbolbild): Viele Angebote in der Mainmetropole sind deutlich zu teuer. (Quelle: IMAGO/Schoening)

In einem dreimonatigen Pilotprojekt prüft die Stadt Frankfurt Tausende Wohnungsinserate. Das Ergebnis: Viele Mieten sind deutlich zu teuer.

Fast jede zweite Mietwohnung in Frankfurt wird teurer angeboten, als es die ortsübliche Vergleichsmiete vorsieht. Das zeigt eine Auswertung der Stadt Frankfurt. In einem dreimonatigen Pilotprojekt analysierte der sogenannte Mietenmonitor zwischen Januar und März 2025 insgesamt 6.660 Wohnungsinserate auf großen Immobilienplattformen.

Bei 2.679 Angeboten lag die geforderte Miete mehr als zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete. Das entspricht einer Quote von 40,2 Prozent aller erfassten Inserate. Neubauten wurden nicht berücksichtigt. Die Ergebnisse stellte der Magistrat in einem Bericht auf Anfrage der FDP-Fraktion vor.

Auffällig ist nicht nur der Anteil überhöhter Angebote, sondern auch die Höhe der Abweichungen. Knapp ein Viertel der auffälligen Inserate lag mehr als 50 Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete. Knapp 30 Prozent der verdächtigen Angebote lag 30 bis 50 Prozent darüber. Überhöhte Angebotsmieten seien damit kein Randphänomen, sondern ein strukturelles Merkmal des Frankfurter Wohnungsmarkts, heißt es im Bericht.

Der Mietenmonitor ist ein Projekt der Stadt Frankfurt, mit dem öffentlich zugängliche Wohnungsinserate ausgewertet und mit der ortsüblichen Vergleichsmiete auf Grundlage des qualifizierten Frankfurter Mietspiegels abgeglichen werden. Ziel ist es nicht, Verstöße zu ahnden, sondern Vermieter über geltende Mietpreisgrenzen zu informieren. In diesem Zusammenhang verweist die Stadt auch auf ihren Online-Mietspiegel-Rechner.

Werden dabei auffällige Angebote festgestellt, schreibt die Stadt die jeweiligen Anbieter gezielt an und informiert sie über die Mietpreisgrenzen. Im Pilotzeitraum seien insgesamt 959 Informationsschreiben versendet worden. Rückmeldungen gab es laut Magistrat nur in 30 Fällen. Die geringe Zahl an Reaktionen wertet die Stadt als Hinweis darauf, dass die Verdachtsfälle in der Regel begründet waren und es nur selten zu falschen Zuordnungen kam.

Der Magistrat betont, dass das Berechnungsmodell bewusst vorsichtig angelegt ist und im Zweifel zugunsten der Vermieter rechnet. Gleichzeitig räumt die Stadt ein, dass Wohnungssuchende in Frankfurt wegen der angespannten Marktlage „in der Regel wenig Verhandlungsspielraum bei der Miethöhe“ haben.

Rechtlich kann die Stadt aus den Ergebnissen keine unmittelbaren Konsequenzen ziehen. Der Mietenmonitor erlaubt keine rechtssicheren Aussagen über mögliche Verstöße. Angebotsmieten allein stellen keinen Verstoß dar, Verfahren wegen Mietpreisüberhöhung oder Mietwucher lassen sich daraus nicht ableiten. Die Mietpreisbremse kann nur zivilrechtlich geltend gemacht werden.