Die russischen Angriffe bringen die Infrastruktur und Energieversorgung der Ukraine laut dem ‍Auswärtigen Amt in die Nähe „eines Kollaps“. Die ⁠Ukraine reagiert mit einem Umbau ihrer Luftabwehr. Macron schlägt Trump ein G7-Treffen vor, an dem auch Russland teilnehmen könnte. Mehr im Liveticker.

Zweistellige Minusgrade, Stromausfälle und eiskalte Wohnungen: Kiew erlebt den härtesten Winter seit Kriegsbeginn. Die Gespräche zwischen der Ukraine und den USA sollen auf dem Weltwirtschaftsforum fortgesetzt werden.

Alle Ereignisse rund um den Krieg in der Ukraine und die internationale Sicherheitspolitik im Liveticker:

08:43 Uhr – Macron schlägt Trump G7-Treffen mit Russland in Paris vor

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron schlägt US-Präsident Donald Trump ein Treffen der G7-Staaten vor, an dem auch Russland teilnehmen könnte. Es solle am Donnerstag in Paris stattfinden, schrieb Macron in einer Kurznachricht an Trump, die dieser veröffentlichte. Macrons Umfeld bestätigte deren Echtheit am Dienstag. „Mein Freund, wir sind auf einer Linie mit Blick auf Syrien. Wir können Großes vollbringen im Iran. Ich verstehe nicht, was Du in Grönland tust“, schrieb Macron demnach an Trump.

Er schlug dem US-Präsidenten vor, im Anschluss an das Weltwirtschaftsforum in Davos ein G7-Treffen in Paris zu organisieren. „Ich kann die Ukrainer, die Dänen, die Syrer und die Russen am Rand einladen“, schrieb Macron. Zum Abschluss lud er Trump zum Abendessen in Paris ein.

07:06 Uhr – Ukraine organisiert Drohnenabwehr neu

Nach wochenlangen, verheerenden russischen Luftangriffen auf Infrastruktur und Energieversorgung baut die ⁠Ukraine ihre Luftabwehr um. Dabei werde großes Gewicht auf Abfangdrohnen gelegt, ‍kündigte Präsident Selenskyj am Montag in seiner abendlichen Videoansprache an. Es gehe um einen neuen Ansatz, der mobile Einheiten, Abfangdrohnen und andere Abwehrmaßnahmen mit kurzer Reichweite umfasse. Federführend bei der Entwicklung solle Pawlo Jelisarow werden, der ⁠deswegen zum neuen ⁠stellvertretenden Befehlshaber der Luftwaffe ernannt wurde.

06:32 Uhr – Selenskyj warnt vor massivem russischem Angriff

Präsident Selenskyj ruft die ukrainische Bevölkerung zu höchster Wachsamkeit auf: „Russland hat einen Angriff vorbereitet, einen massiven Schlag, und wartet auf den Moment, ihn auszuführen.“ Jede Region müsse bereit sein, so schnell wie möglich zu reagieren und den Menschen zu helfen. ‍Bereits am Wochenende hatte Selenskyj gewarnt, der ‍ukrainische Geheimdienst habe festgestellt, dass Russland neue Angriffsziele auskundschafte. Im Fokus seien Ziele wie ⁠Umspannwerke, die Kernkraftwerke mit Strom versorgen.

03:59 Uhr – Angriffe auf Kiew unterbrechen Strom- und Wasserversorgung

Russland greift die ukrainische Hauptstadt Kiew mit Drohnen und Raketen an. Dies führt zu ‍Unterbrechungen der Strom- und ‍Wasserversorgung, teilt Bürgermeister Vitali Klitschko ⁠mit. Ein nicht näher bezeichnetes Gebäude sei getroffen und ‍eine Person ⁠verletzt ‌worden. ‌Zudem wird ‌ein Lagerhaus beschädigt, mehrere ​Autos stehen in ‍Flammen.

Montag, 19. Januar21:44 Uhr – Selenskyj: Ein Mörder ukrainischer Gefangener gefasst

Der Geheimdienst der Ukraine hat nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj einen Russen gefangengenommen, der für die Tötung von neun ukrainischen Kriegsgefangenen verantwortlich sein soll. Die Tat habe sich im russischen Gebiet Kursk ereignet, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft aus Kiew. „Wir werden jeden russischen Mörder finden, und jeder wird zur Rechenschaft gezogen werden“, sagte er. Details nannte Selenskyj nicht. Er beauftragte aber den stellvertretenden Chef des Geheimdienstes SBU, Olexander Poklad, nähere Einzelheiten öffentlich zu machen.

16:55 Uhr – Bundesregierung warnt – Energieversorgung in Ukraine kurz vor „Kollaps“

Die fortgesetzten russischen Angriffe auf die Ukraine haben die Infrastruktur und Energieversorgung des Landes nach Angaben des ‍Auswärtigen Amtes in die Nähe „eines Kollaps“ gebracht. Das Außenministerium habe noch einmal 60 Millionen Euro an humanitärer Hilfe zur Verfügung gestellt, sagte ein Sprecher. Die Menschen litten unter extremer Kälte und „brutalen russischen Angriffen“ auf die Energieinfrastruktur. Man unterstütze Bargeldhilfen für Menschen in frontnahen Gebieten zur Anschaffung der nötigsten Güter, von Notstromaggregaten für Schutzräume, Heizsystemen, Kleidung und Decken. Man schaue, was noch an Schritten möglich sei. Das Entwicklungsministerium verweist auf ein Winterhilfe-Unterstützungspaket über 50 Millionen ⁠Euro, das man geschnürt habe.

15:56 Uhr – Kreml: Putin erhält Einladung in Gaza-„Friedensrat“

Der russische Präsident Wladimir Putin hat nach Kremlangaben über diplomatische Kanäle eine Einladung der USA zur Teilnahme am sogenannten Friedensrat für den Gazastreifen erhalten. „Derzeit prüfen wir alle Details dieses Angebots, zudem hoffen wir auf Kontakte mit der amerikanischen Seite, um alle Nuancen zu klären“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge. Russland unterhält Kontakte sowohl zu Israel als auch zur Palästinenser-Führung und zur Terrororganisation Hamas.

07:29 Uhr – Ukraine: Wieder russischer Angriff auf Energieanlagen in Region Odessa

Bei einem russischen Drohnenangriff ‍auf die südukrainische Region Odessa sind den örtlichen Behörden zufolge in der Nacht wieder Energie- und Gasanlagen und ein Wohnhaus getroffen worden. Eine Person sei verletzt worden, teilt Regionalgouverneur Oleh Kiper mit. Im Bezirk Odessa sei eine Drohne in ein mehrstöckiges Wohnhaus eingeschlagen. Dabei wurden zwei Wohnungen, die Fassade des Gebäudes, Fenster und ⁠in der Nähe geparkte Fahrzeuge beschädigt. Getroffen ⁠wurde den Angaben zufolge zudem eine nicht näher bezeichnete Einrichtung der „kritischen Infrastruktur“.

01:18 Uhr – Ukrainischer Armeechef: Russland steigert Produktion von Raketen und Drohnen

Russland zeigt nach den Worten des ukrainischen Armeechefs kein Interesse an Friedensgesprächen. „Im Gegenteil, wir beobachten, dass die Kampfhandlungen zunehmen und die Produktion von Angriffswaffen, Raketen und Drohnen gesteigert wird“, sagt Olexandr Syrskyj dem ⁠Online-Medium lb.ua in einem ⁠am Sonntag veröffentlichten Interview. Moskau plane, den Ausstoß auf bis zu 1000 Drohnen pro Tag zu erhöhen.

Syrskyj bezeichnet die ukrainischen Angriffe weit hinter der Front als „unsere Stärke“. Dadurch seien 719 Ziele getroffen und Schäden in Höhe von 15 Milliarden Dollar verursacht worden, vor allem in der russischen ‍Ölindustrie. Die ukrainischen Verluste seien 2025 zudem ‍um 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken, während die russischen Verluste „deutlich gestiegen“ seien.

Sonntag, 18. Januar:21:57 Uhr – Ukraine und USA setzen Gespräche in Davos fort

Die Ukraine und die USA wollen ihre Gespräche auf dem Weltwirtschaftsforum in der Schweiz fortsetzen. „Wir haben vereinbart, ‍die Arbeit in den ⁠Teams bei ‌den nächsten Beratungen in ‌Davos fortzusetzen“, ‌schreibt der ukrainische Chefunterhändler Rustem Umjerow auf Telegram. Bei dem ​jüngsten einer Reihe von Treffen in Florida ‍hätten ⁠beide Seiten über Sicherheitsgarantien und einen Plan für den Wiederaufbau nach dem Krieg ‍beraten.

10:29 Uhr – Selenskyj: Tote und viele Verletzte nach Russlands Angriffen

Bei neuen russischen Luftangriffen sind in der Ukraine nach Angaben von Präsident Selenskyj Dutzende Menschen verletzt und mindestens zwei getötet worden. „Mein Beileid gilt ihren Familien und Angehörigen“, teilte der Staatschef am Morgen in den sozialen Netzwerken mit. Russland habe erneut mehr als 200 Drohnen gegen die Ukraine eingesetzt.

„Allein in dieser Woche wurden mehr als 1300 Angriffsdrohnen, rund 1050 Gleitbomben und insgesamt 29 Raketen verschiedener Typen eingesetzt“, teilte Selenskyj weiter mit. „Deshalb braucht die Ukraine noch mehr Schutz – vor allem mehr Raketen für Luftabwehrsysteme.“ Das sei von den Verbündeten auch versprochen worden, hieß es in einem Video, das Selenskyj mit Bildern von den Schäden und Folgen der russischen Angriffe veröffentlichte.

03:38 Uhr – 20-Jährige stirbt bei russischem Angriff in Charkiw

Bei einem russischen Angriff auf die Stadt Charkiw ist nach Angaben der örtlichen Behörden eine 20-jährige Frau getötet worden. Eine Frau sei nach den vorliegenden Informationen durch einen Drohnenangriff auf ein privates Haus gestorben, erklärte der Bürgermeister von Charkiw, Igor Terechow, auf Telegram.

dpa/rtr/afp/epd/AP/krott/cvb/sebe/saha