Lichtspektakel verpasst?

Polarlichter: So sind die Aussichten für die kommenden Tage

20.01.2026 – 12:40 UhrLesedauer: 2 Min.

Polarlichter über dem Landkreis Osnabrück: Das Himmelsschauspiel konnte am Abend des 19. Januar 2026 auch in Niedersachsen verfolgt werden.Vergrößern des Bildes

Polarlichter über dem Landkreis Osnabrück: Das Himmelsschauspiel konnte am Abend des 19. Januar 2026 auch in Niedersachsen verfolgt werden. (Quelle: IMAGO/Sven Eckelkamp)

Polarlichter erhellten Norddeutschlands Himmel, doch viele Hannoveraner verpassten das Spektakel. Gibt es Chancen auf weitere Sichtungen in den kommenden Nächten?

Polarlichter haben am Montagabend und in der -nacht den Himmel über Norddeutschland erleuchtet – auch in Hannover waren die grünen und rötlichen Schraffierungen zu sehen. Für den bunten Himmel war ein sogenannter geomagnetischer Sonnensturm verantwortlich, wie der Deutsche Wetterdienst erklärt. Doch viele Hannoveraner haben das Spektakel verpasst. Gibt es in den kommenden Nächten eine weitere Möglichkeit, Polarlichter zu sehen?

„Die aktuellen Polarlichter-Vorhersagen zeigen eine mäßig erhöhte geomagnetische Aktivität, aber keinen ausgeprägten geomagnetischen Sturm“, sagt Diplom-Meteorologe Dominik Jung der t-online-Redaktion in Hannover. Damit sei die Wahrscheinlichkeit für sichtbare Nordlichter in Deutschland niedrig, aber immerhin nicht ausgeschlossen. Dennoch: „Aktuell liegen die prognostizierten Bedingungen unterhalb der Schwelle, bei der in dieser Stadt zuverlässig Nordlichter zu erwarten wären.“

Das deckt sich mit der Polarlichtervorhersage für Hannover von heute-am-himmel.de. Während die Stärke des magnetischen Sturms demnach am Montag gegen 22 Uhr bei 8,3 auf dem kp-Index lag, wird sie für Dienstag um 19 Uhr auf 6,0 kp und um 22 Uhr auf 4,7 kp geschätzt. In den darauffolgenden Tagen und Nächten fällt sie weiter.

Der kp-Index zeigt die Stärke geomagnetischer Aktivität an. Er reicht von 0 bis 9. Liegt er in mittleren Breiten bei 5 oder höher, deutet das auf eine Möglichkeit zur Nordlichtbeobachtung hin. Am Dienstag könnte man also vielleicht noch Polarlichter zu Gesicht bekommen, aber die Wahrscheinlichkeit ist sehr gering.

Norddeutschland hat laut Dominik Jung aber grundsätzlich die besten Chancen auf das Himmelsspektakel: Je weiter nördlich ein Ort liegt, desto geringer muss die geomagnetische Aktivität sein, um Nordlichter überhaupt sichtbar werden zu lassen. Somit bestehen die besten Chancen aktuell im äußersten Norden Deutschlands, an den Küstenregionen von Nord- und Ostsee sowie in lichtarmen Gegenden. Aber Jung sagt auch: „Selbst dort wären mögliche Erscheinungen eher schwach und oft nur fotografisch oder als diffuse Aufhellung erkennbar.“

Nordlichter lassen sich generell erst kurzfristig einigermaßen zuverlässig vorhersagen, erklärt Jung. Erst Stunden bis maximal ein Tag vorher sei dies möglich. Mehrere Tage im Voraus seien nur Tendenzen erkennbar, langfristige sei gar keine Prognose möglich.