Handelsblatt-Italienkorrespondentin Virginia Kirst berichtet:
Kommt Meloni nach Davos?US-Präsident Donald Trump könnte dafür sorgen, dass die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni zum ersten Mal nach Davos reist, während das Weltwirtschaftsforum stattfindet. Bisher war Meloni dem Treffen immer ferngeblieben, weil es für alles steht, wogegen die Rechtsnationalistin in ihren Jahren in der Opposition stets geschimpft hatte: die internationale Finanzelite und die europäischen Technokraten, die hinter verschlossenen Türen über die Geschicke der Welt entscheiden. In Melonis Weltsicht haben diese Kräfte keine demokratische Legitimierung und zwingen dem Volk ihren Willen auf. 

Seit Meloni 2022 zur Ministerpräsidentin wurde, trägt sie diese Ansichten nicht mehr so offen zur Schau, weil sie weiß, dass sie ebendiese Kräfte braucht, um Italien erfolgreich regieren zu können. Doch dass diese Überzeugungen weiterhin ihre Politik bestimmen, zeigte sich kürzlich in dem Angriff auf die italienische Nationalbank, deren Goldreserven ihre Partei im neuen Haushaltsgesetz symbolisch als Eigentum des „italienischen Volks“ festschreiben ließ. In diesem Jahr denkt Meloni aber zum ersten Mal darüber nach, am Treffen in Davos teilzunehmen, weil sie hofft, dort mit Trump sprechen zu können. Ihre Teilnahme am Forum selbst ist nicht bestätigt. Aber sollte es ein Treffen mit Trump zum Ukrainekrieg geben oder das neugegründete Board for Peace tagen, ist es wahrscheinlich, dass Meloni anreist.