Stau vor dem Elbtunnel.

AUDIO: Warnstreik in Hamburg: Staus rund um den Elbtunnel (1 Min)

Stand: 20.01.2026 17:12 Uhr

„Wir haben die Faxen dicke“: Unter diesem Motto ist am Dienstag in Hamburg gestreikt worden – und das haben vor allem die Autofahrer und Autofahrerinnen gespürt. Neben Beschäftigten des öffentlichen Dienstes hatte die Gewerkschaft ver.di auch Mitarbeiter der Autobahn GmbH aufgerufen. Das sorgte für Stau vor allem rund um den Elbtunnel.

Im Elbtunnel sind noch bis 18 Uhr nur zwei statt drei Fahrspuren je Richtung befahrbar. Beidseits des Tunnels und auf allen Ausweichstrecken staute sich deshalb der Verkehr, zeitweise auf vielen Kilometern. Betroffen waren neben den Autobahnen 1 und 23 auch die Bundesstraßen im Stadtgebiet. Auch in Niedersachsen und Schleswig-Holstein kam es aufgrund des Warnstreiks zu Verkehrsbehinderungen.

Ein Auto fährt in Leezen (Landkreis Ludwigslust-Parchim) über eine schneebedeckte Landstraße.

Staus, Baustellen, Gefahren-Hinweise: Meldungen zum Verkehr für Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern.

Ver.di: Noch kein konkretes Angebot der Autobahn GmbH

Bei den Tarifverhandlungen zwischen ver.di und der Autobahn GmbH gibt es noch kein konkretes Angebot der Arbeitgeber. Auch bei den parallel stattfindenden Verhandlungen für den öffentlichen Dienst der Länder stehen die Zeichen auf Eskalation. Der Verhandlungsführer auf Arbeitgeberseite, Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel (SPD), hatte Lohnerhöhungen von etwas mehr als der prognostizierten Inflation in Aussicht gestellt, bei einer Laufzeit von zweieinhalb Jahren. Das könnten dann am Ende gute zwei Prozent pro Jahr sein.

Nächste Verhandlungsrunde in drei Wochen

Ver.di fordert sieben Prozent für ein Jahr. Insgesamt empfinde man die Ankündigungen von Dressel als klare Kampfansage, so Ole Borgard, stellvertretender Hamburger ver.di-Chef und Mitglied der Verhandlungskommission. Die Hamburgerinnen und Hamburger müssten noch mit weiteren Arbeitskampf-Aktionen rechnen: Das ist ihr öffentlicher Dienst, der hier streikt, der natürlich für sie da ist und der jetzt aber darauf angewiesen ist, Solidarität zu erfahren aus der Bevölkerung.“ Die nächste Verhandlungsrunde findet erst in gut drei Wochen statt.

Mehr als 1.000 Teilnehmer bei Kundgebung in der Innenstadt

Zum Warnstreik hatten ver.di und die Gewerkschaft GEW außerdem Beschäftigte in Bezirksämtern sowie pädagogisches Personal – etwa an Schulen und in Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen – aufgerufen. Am Vormittag hatten sich mehr als 1.000 Beschäftigte bei einer gemeinsamen Kundgebung am Heidenkampsweg in Hammerbrook versammelt. Danach zog der Demonstrationszug durch die Innenstadt.

Die Straßenmeistereien in Schleswig-Holstein gehen in den Warnstreik

Bei den Straßenmeistereien kommt es heute zu Einschränkungen. Das betrifft vor allem Pendler auf dem Weg nach Hamburg.

Beschäftigte demonstrieren im Rahmen des bundesweiten Warnstreiks in Hannover.

Vor allem Autobahnen und Landesstraßen sind heute von dem Warnstreik betroffen. An der Sperrung des Wesertunnels gibt es Kritik.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | 20.01.2026 | 17:00 Uhr