Leipzig/Halle/Dresden – Die Millionenhilfe läuft aus: Sachsen und Sachsen-Anhalt steigen aus der Finanzierung der Mitteldeutschen Flughafen AG aus. Spätestens ab 2030 überweisen beide Länder kein Geld mehr für die Airports in Dresden und Leipzig. Eine entsprechende Vereinbarung muss allerdings noch von den Ministerpräsidenten unterzeichnet werden.
Sachsen-Anhalt zahlt nicht mehr für Dresden
Bis Ende 2026 haben beide Länder bereits ein Rettungspaket von 100 Millionen Euro bewilligt. Von 2027 bis 2029 kommen nun noch einmal 71 Millionen Euro hinzu. Danach ist endgültig Schluss, versichert Sachsen-Anhalts Finanzminister Michael Richter (71, CDU). Von den 71 Millionen Euro gehen 9 Millionen ausschließlich an Dresden und müssen erstmals allein von Sachsen aufgebracht werden. Sachsen-Anhalt beteiligt sich künftig nicht mehr an der Finanzierung dieses Flughafens. Die restlichen 62 Millionen werden entsprechend der Flughafen-Anteile zwischen den Ländern aufgeteilt.

Sachsen-Anhalts Finanzminister Michael Richter (71, CDU) zahlt nicht mehr für den Flughafen Dresden
Foto: Ronny Hartmann/dpa-Zentralbild/d
Nach mehreren Verlustjahren versucht die Mitteldeutsche Flughafen AG, wieder in ruhigeres Fahrwasser zu kommen. 2024 machte das Unternehmen einen Rekordverlust von 52 Millionen Euro. 172 Stellen wurden an beiden Standorten abgebaut. Eine neue Studie bestätigt beiden Flughäfen trotz solcher Probleme aber einen hohen volkswirtschaftlichen Nutzen. Laut Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft entsteht ein wirtschaftlicher Nutzen von 4,6 Milliarden Euro, 52.276 Arbeitsplätze werden in beiden Bundesländern gesichert. Die jährlichen Steuereinnahmen liegen bei geschätzten 875 Millionen Euro.
Finanzminister Richter forderte am Dienstag von der Bundesregierung niedrigere Standortkosten für alle deutsche Flughäfen: „Der innerdeutsche Flugverkehr ist im Vergleich vor der Corona-Pandemie um 50 Prozent eingebrochen. Das muss sich ändern.“ Der Flughafen Leipzig/Halle gilt als Deutschlands zweitgrößter Luftfrachtstandort.
Kristin Heiß (Die Linke), Finanzexpertin ihrer Fraktion: „Ich würde mir wünschen, dass ab 2030 tatsächlich keine Zahlungen mehr nötig sind.“ Ihr Zusatz: „Um das wirklich einschätzen zu können, fehlen dem Parlament aber wichtige Informationen.“