Haben Sie am Dienstagnachmittag ein lautes Knallgeräusch in Augsburg gehört? Generell kann das viele Gründe haben. In den meisten Fällen steckt allerdings eine Übung der Bundeswehr dahinter. Was war die Ursache für den Knall? Und wie entsteht er? Welche Sicherheitsvorkehrungen trifft die Bundeswehr bei derartigen Übungen mit Kampfjets? Lesen Sie hier die Antworten.
Die Ursache für das Knallgeräusch am Dienstag könnte erneut eine Bundeswehrübung mit Eurofightern sein. Eine Bestätigung steht jedoch noch aus. Erst am 13. Januar kam es aus diesem Grund zu einem hörbaren Knall im Augsburger Stadtgebiet. Ein Sprecher des Luftfahrtamtes der Bundeswehr bestätigte die Übung im Anschluss.
Lauter Knall in Augsburg am Dienstag, 20. Januar 2026
Sechs Eurofighter des Taktischen Luftwaffengeschwaders (TaktLwG) 74 aus Neuburg sowie ein A400M des Luftwaffengeschwaders (LTG) 62 aus Wunstdorf haben das Geräusch vergangenen Woche verursacht. Dabei handelt es sich um ein Transport- und Tankflugzeug der Bundeswehr. Zwischen 14.30 Uhr und 14.45 Uhr beschleunigten zwei Eurofighter auf Überschallgeschwindigkeit und führten dabei eine Abfangübung durch.
Wie ein Sprecher des Luftfahrtamtes der Bundeswehr unserer Redaktion mitteilte, flogen diese in der sogenannten TRA Allgäu, zu der auch Augsburg gehört. TRA steht für Temporary Reserved Airspace. Dabei handelt es sich um ein festgelegtes Gebiet, auf dem zeitweise Beschränkungen für den zivilen Luftraum gelten, damit die Bundeswehr ihre Übungen gefahrlos ausführen kann.
Während der Übung kamen die Kampfjets dem Augsburger Stadtzentrum bis zu 20 Kilometer nah. Dabei flogen sie in einer Höhe von rund 12.771 Metern über NN und erreichten eine Geschwindigkeit von rund 1485 Kilometern pro Stunde.

Überschallflug über Augsburg: Das ist der Zweck der Übungen
Laut Aussagen des Sprechers des Luftfahrtamtes der Bundeswehr werde bei solchen Flügen überprüft, ob Triebwerke, Steuerorgane und weitere Flugsysteme unter allen notwendigen Bedingungen funktionieren. Zudem werden Testflüge durchgeführt, nachdem das Kampfflugzeug instand gesetzt oder routinemäßig kontrolliert wurde. Dabei wird getestet, ob das Flugzeug einsatzbereit ist.
Auch Übungen am Bundeswehr-Standort im Lechfeld führen immer wieder zu Knallgeräuschen. In Augsburg stecken also nicht zu selten Kampfjets hinter derartigen Geräuschen. Beschränkungsgebiete dieser Art bestehen allerdings in verschiedenen Regionen Deutschlands. Beobachtungen am Himmel können den Verdacht, dass militärische Übungen dahinterstecken, oft bestätigen. Auch die Flug-Datenbank von „ADS-B Exchange“ zeigt, ob militärische Flugzeuge im Luftraum über der Region unterwegs sind.
Der laute Knall ist hörbar, wenn die Schallwellen – ausgelöst durch ein Flugzeug beispielsweise – unsere Ohren erreichen.

Lauter Knall in Augsburg: Wie entsteht das Geräusch durch Überschall?
Alle Stoffe setzen sich aus Molekülen zusammen, die ständig in Bewegung sind. Laut des Max-Planck-Instituts für Dynamik und Selbstorganisation werden die Flugzeuge bei einer Bundeswehr-Übung teilweise auf Überschallgeschwindigkeit beschleunigt, wodurch die Moleküle in der Luft schnell zusammengedrängt werden und eine Druckwelle entsteht, die als lauter Knall wahrgenommen wird. Schall breitet sich mit etwa 343 Metern pro Sekunde aus. Damit ein Flugzeug die sogenannte Schallmauer durchbricht, muss es etwa mit 1200 km/h unterwegs sein.
Als Schallmauer wird die Erhöhung der Dichte, und damit auch des Widerstandes, gegen die ein schnelles Objekt ankämpfen muss, bezeichnet. Das gleiche Prinzip gilt auch bei einem lauten Knall einer Peitsche. Wenn ein reguläres Flugzeug durch die Luft fliegt, ist kein lauter Knall zu hören, aber auch hier werden die Moleküle zusammengedrängt. Da dies aber bei niedrigerer Geschwindigkeit passiert, haben die Moleküle genügend Zeit, die Bewegung auszugleichen.
-
Elisa Jebelean
Icon Haken im Kreis gesetzt
Icon Plus im Kreis
-
Augsburg
Icon Haken im Kreis gesetzt
Icon Plus im Kreis
-
Bundeswehr
Icon Haken im Kreis gesetzt
Icon Plus im Kreis