
Mit einer konzentrierten Leistung und Problemen am linken Bein hat sich Alexander Zverev gegen den Franzosen Alexandre Muller in die 3. Runde der Australian Open gespielt.
Nach rund drei Stunden hatte es Alexander Zverev geschafft und ist in die dritte Runde der Australian Open eingezogen. Gegen den Franzosen Alexandre Muller gelang dem letzten verbliebenen Deutschen bei diesem Grand-Slam-Turnier ein 6:3, 4:6, 6:3, 6:4-Erfolg.
Damit trifft der Hamburger auf den Briten Cameron Norrie, der sich gegen den US-Amerikaner Emilio Nava in vier Sätzen durchsetzen konnte. Gegen den 30 Jahre alten Norrie hat Zverev derzeit eine 6:0-Bilanz.
Wie schwerwiegend die Verletzung tatsächlich ist, die sich Zverev zu Anfang des vierten Satzes am unteren linken Bein zugezogen hat, wird sich erst noch herausstellen. Das Match gegen Muller beendete er mit Hilfe von Schmerzmitteln.
„Ich war ein bisschen ängstlich, ich habe etwas an der Achillessehne gespürt. Aber ich habe mich dann wieder gut bewegt“, sagte Zverev in On-Court-Interview noch in der John-Cain-Arena.
Forscher Zverev
Es dauerte nur rund eine halbe Stunde, bis Zverev den ersten Satz gewonnen hatte. Zwar haderte der Deutsche anfänglich noch mit seiner Besaitungshärte, was aber nichts daran änderte, dass er seine Grundschläge besonders solide präsentierte.
Zverev verteilte die Bälle von der Grundlinie sehr variabel und in einer solchen Härte, dass Muller immer mehr Probleme bekam, dagegen zu halten. Die Folge: Ein erstes Break zum 4:3. Danach hatte der Franzose keine Antwort mehr, musste ein weiteres Aufschlagspiel abgeben und der erste Durchgang ging hoch verdient mit 6:3 an Zverev.
Plötzlicher Leistungseinbruch
Der 28-Jährige setzte sofort nach und hielt sein Niveau hoch. Zverev beherrschte die Nr. 52 der Weltrangliste weiterhin fast nach Belieben, gewann nahezu jeden der längeren Ballwechsel für sich und sorgte gleich für das nächste Break. Da auch sein Aufschlag gut funktionierte, stand es schnell 3:0 für Zverev.
Doch plötzlich folgte ein unerklärlicher Bruch im Spiel des Deutschen: Zverev kassierte seinerseits ein Break und Muller konnte zum 3:3 ausgleichen. Der 28-Jährige drehte mächtig auf und ließ sofort ein zweites Break zum 4:3 folgen. Mit den häufigen Tempowechseln setzte Muller Zverev sichtlich zu und blieb bis zum 6:4 Satzgewinn auch mental stabil.
Regenunterbrechung hilft Zverev
Die Berg- und Talfahrt ging auch im 3. Satz weiter. Zverev beruhigte sich zunächst und ihm gelang ein Break zum 3:1 – um postwendend wieder ein Rebreak zu bekommen. Aber Zverev präsentierte sich in dieser Phase mental stark und konnte Muller erneut den Aufschlag zum 4:2 abnehmen.
Eine Regenpause sorgte dann für eine 38 Minuten andauernde Unterbrechung. Zverev schien die unerwartete Auszeit gut zu tun, er fand sofort wieder in die Partie und baute seine Führung auf 5:2 aus, um dann letztlich zum 6:3 zu vollenden.
Medizinische Behandlung bei Zverev
Zu Beginn des vierten Satzes war Zverev hellwach und nahm Muller direkt wieder den Aufschlag ab. Plötzlich dann die Schrecksekunde: Zverev musste beim Stand von 2:1 und 15:0 eine medizinische Behandlungspause nehmen, weil sich der Deutsche am unteren linken Bein eine Verletzung zugezogen hatte. Es ging aber für ihn weiter und er konnte auf 3:1 erhöhen.
Danach erhöhte Zverev das Tempo und versuchte die Ballwechsel möglichst kurz zu halten. Muller wurde zusehends nervös und ungenau, fand aber wieder in die Spur zurück. Aber davon ließ sich der Deutsche nicht mehr beeindrucken. Zverev behielt die Nerven und servierte zum 6:4 – und damit zum letztlich verdienten Sieg.
