Ukraine will chinesische Drohnen ersetzenDie ukrainischen Streitkräfte arbeiten daran, chinesische Drohnen durch inländisch produzierte Modelle zu ersetzen, um die Abhängigkeit von Importen und sanktionierten Lieferketten zu verringern. Das hat der neue Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow jetzt erklärt. Er sagte vor Journalisten in Kiew, dass die Ukraine bei der Verteidigung gegen Russland weiterhin auf Drohnen als Instrument asymmetrischer Kriegsführung setzen werde – also auf neue Waffen und Methoden gegen einen überlegenen Gegner.
Sowohl Kiew als auch Moskau haben die Drohnenproduktion massiv ausgeweitet. Die Ukraine erklärte im vergangenen Jahr, sie könne bis zu vier Millionen Drohnen pro Jahr herstellen. Dennoch bleiben importierte Drohnen und Komponenten entscheidend, wobei viele aus China stammen, das westlichen Sanktionen unterliegt und als russlandfreundlich gilt.
„Es ist wichtig, einen Ersatz für Mavics und andere chinesische Drohnen zu finden“, sagte Fedorow mit Blick auf ein Modell des chinesischen Herstellers DJI. „Diese Richtung muss weiterverfolgt werden.“ Er kündigte an, dass die Ukraine plant, eine eigene Variante mit der gleichen Kamera, aber größerer Reichweite zu entwickeln; erste Tests könnten bereits in diesem Monat beginnen.
Russland setzt beinahe täglich zahlreiche Geran-2-Einweg-Angriffsdrohnen gegen die Ukraine ein. Luftabwehrraketen können diese zwar orten und zerstören, jedoch liegen die Kosten für die Verteidigung durch solche Systeme deutlich über den Kosten der Drohnen selbst. Um dieses Ungleichgewicht auszugleichen, bot die Ukraine allen Rüstungsunternehmen die Möglichkeit, günstige Abfangdrohnen an der Front gegen die Geran-2 einzusetzen, und zahlte für jede abgeschossene russische Drohne 20 000 Dollar. Diese Anreize haben dazu beigetragen, dass im Januar fast 40 000 Abfangdrohnen zur Verfügung standen, wie Fedorow mitteilte.