Menschen laufen mit schwenkenden Fahnen auf einer Demonstration mit.

Stand: 22.01.2026 09:07 Uhr

Nach Ausschreitungen bei pro-kurdischen Demos sind weitere Proteste am Mittwoch überwiegend friedlich verlaufen. Hunderte Menschen kamen in Hannover und Salzgitter zusammen. Heute ist eine weitere Demo geplant.

Rund 800 Menschen hatten sich am Mittwochabend auf dem Opernplatz in Hannover versammelt, wie ein Sprecher der Polizei dem NDR Niedersachsen mitteilte. Vereinzelt wurde den Angaben nach Pyrotechnik gezündet. Die Veranstaltung dauerte rund zwei Stunden und wurde kurz nach 19 Uhr beendet – sie habe sich dann friedlich aufgelöst, hieß es. Wegen der Ausschreitungen am Dienstagabend wurde die Demo mit einem Großaufgebot der Polizei begleitet.

Weitere Demo vor dem Landtag geplant

Auch in Salzgitter gingen laut Polizei am Mittwochabend rund 600 Menschen auf die Straße. „Die Stimmung war emotional“, sagte ein Polizeisprecher. Die Teilnehmenden verhielten sich demnach friedlich. In Bremen nahmen schätzungsweise rund 2.300 Menschen an einer pro-kurdischen Kundgebung teil, wie die Polizei mitteilte. Für heute Nachmittag ist vor dem Landtag in Hannover erneut eine pro-kurdische Demonstration geplant.

Kämpfe trotz Waffenruhe in Syrien

Hintergrund der Demonstrationen sind die Kämpfe zwischen Truppen der syrischen Übergangsregierung und den kurdisch angeführten Syrisch-Demokratischen Kräften (SDF) im Norden und Nordosten Syriens in den vergangenen Wochen. Und das zuletzt trotz einer Waffenruhe. Die Übergangsregierung will die Gebiete, die bisher unter kurdischer Selbstverwaltung standen, unter ihre Kontrolle bringen und setzt dies militärisch durch. Nach dem Sturz von Syriens Langzeitmachthaber Baschar al-Assad Ende 2024 hatte sie sich zum Ziel gesetzt, das Land nach Jahren der Spaltung zu einen.

Eine Gruppe Demontranten bei Dunkelheit mit Fahnen auf einem Platz.

Bei der Demonstration für ein kurdisches Gebiet in Syrien waren die Teilnehmer laut Polizei zunächst beschimpft worden.

Menschen nehmen in Hannover an einer Demonstration teil.

3.000 Menschen hatten sich versammelt, um gegen Gewalt in Syrien zu protestieren. Auch andernorts in Niedersachsen gab es Demos.

Vor mehreren Flaggen Kurdistans zeigt eine Person das Victoryzeichen bei einer Demonstration in Duisburg.

Ein Passant, der Teilnehmende der Demo am Dienstagabend mit Pfefferspray attackierte, wurde festgenommen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 22.01.2026 | 06:30 Uhr

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