Mannheim. Viele Gäste der Mannheimer Vesperkirche leben mit unbehandelten oder schlecht versorgten Wunden. Um diese oft verborgene Not zu lindern, gibt es erstmalig während der diesjährigen Vesperkirche ein neues medizinisches Angebot: Gemeinsam mit den Johannitern und dem Homecare-Unternehmen Medicops wird erstmals eine kostenfreie Wundsprechstunde direkt vor Ort angeboten.
Diese Wundsprechstunde ergänzt das übliche medizinische Angebot, welches jährlich Gäste angeboten wird. Zweimal wöchentlich kümmern sich speziell geschulte Wundfachkräfte niedrigschwellig, anonym und ohne Termin um akute und chronische Wunden. Dazu zählen unter anderem chronische Beinwunden, entzündete Verletzungen oder Hautschäden durch Kälte, Feuchtigkeit oder ungeeignete Kleidung – Beschwerden, die für viele Gäste zum Alltag gehören. Die Wundsprechstunde findet 2026 am wieder am 23. sowie am 26. und 28. Januar und am 3. und 6. Februar statt – jeweils von 11 bis 14 Uhr.
Scham, Angst oder fehlender Zugang
Die Johanniter sind seit 1998 mit einem ehrenamtlichen Sanitätsdienst Teil der Mannheimer Vesperkirche und leisten dort medizinische Erstversorgung. Mit der zusätzlichen Wundsprechstunde wird dieses Angebot gezielt erweitert. Ziel ist es, Menschen zu erreichen, die aus Scham, Angst oder fehlendem Zugang seit Jahren keine ärztliche Behandlung in Anspruch nehmen. Ohne fachgerechte Versorgung können selbst kleine Wunden erhebliche gesundheitliche Folgen haben.
„Die Mannheimer Vesperkirche ist ein Ort, an dem Menschen mit ihren ganz konkreten Nöten gesehen werden. Die neue Wundsprechstunde schließt eine wichtige Versorgungslücke und hilft dort, wo viele sonst keinen Zugang zu medizinischer Behandlung haben“, sagen die Pfarrerinnen Ilka Sobottke und Anne Ressel.
Die medizinische Expertise wird durch die enge Zusammenarbeit mit Medicops aus St. Leon-Rot sichergestellt. Das auf Wundversorgung spezialisierte Unternehmen unterstützt den Sanitätsdienst der Johanniter bereits seit längerer Zeit mit Verbandmaterial. Während der Vesperkirche stellen sie nun zusätzlich erfahrene Wundexpertinnen, die die Sprechstunde vor Ort durchführen.
Neben der professionellen Wundreinigung und -versorgung legen die Fachkräfte Verbände an, beraten zur Selbstversorgung und nehmen sich Zeit für Gespräche. Die Begegnung auf Augenhöhe ist dabei ein zentraler Bestandteil des Angebots – ebenso wie die Verlässlichkeit, regelmäßig da zu sein. red/bas