„Da kommen Kindheitserinnerungen auf“
Ersatz auf Teilstrecke der S4: Diese alten Züge sind dort unterwegs
22.01.2026 – 14:50 UhrLesedauer: 2 Min.
Historischer n-Wagen (Archivbild): Die Train Rental GmbH bedient vorübergehend eine Teilstrecke der S4. (Quelle: IMAGO/Gottfried Czepluch)
Ungewohnter Anblick auf der Strecke der S4 bei Hannover. Die alten Waggons lösen nostalgische Gefühle aus.
Ins Abteil gelangen Reisende nur, wenn sie die Türen mit einem kräftigen Ruck zur Seite schieben. Dort können sie selbst große Koffer problemlos auf den alten Ablagen über den Sitzen verstauen. Die Fenster lassen sich noch öffnen. Die Waggons, die auf der Strecke der S4 zwischen Hannover und der Wedemark unterwegs sind, versprühen Nostalgie pur.
Seit dem 15. Januar bedienen die alten, aber modernisierten Züge der TRI Train Rental GmbH die Verbindung Bennemühlen – Hannover Hbf. Sie fahren dort aktuell im regulären 30-Minuten-Takt. S-Bahn-Betreiber Transdev hat die Ersatzfahrzeuge angemietet, weil viele der eigenen derzeit defekt seien und dem Unternehmen somit nicht genügend Fahrzeuge zur Verfügung stünden.
Denn an vielen Wagen habe es umfangreiche technische Störungen gegeben – Grund dafür waren die Witterung und mehrere materialbedingte Schäden, wie Transdev vor einigen Wochen mitteilte. Zunächst drohte ein wochenlanger Komplettausfall auf der Strecke der S4. Dann wurde kurzfristig die Lösung mit den nostalgischen Leihfahrzeugen gefunden.
Die sogenannten n-Wagen wurden in den Jahren 1959 bis 1980 gebaut. Ab Mitte der 1990er-Jahre sortierte die Bahn sie nach und nach aus.
Zwischen Hannover und Bennemühle dürfen sie nun erneut ran – und bei vielen kommen die Waggons gut an. Eine Instagram-Nutzerin schreibt etwa in der Kommentarspalte zu einem Video über die Züge: „Super geil. Die Züge sollte man wieder dauerhaft einsetzen.“ Eine andere muss bei dem Anblick an die eigene Vergangenheit denken: „Da kommen Kindheitserinnerungen auf.“ Und jemand Drittes meint: „Der Ersatzverkehr ist echt schön. Könnte gerne länger bleiben.“
Es gibt aber auch negative Stimmen. Ein Instagram-Nutzer berichtet etwa, dass TRI in seiner Gegend kürzlich auch Verstärkerfahrten fuhr. „Es hat natürlich einen gewissen Charme, in so einem alten Zug zu fahren, aber leider waren die auch immer die unzuverlässigsten in Bezug auf die Pünktlichkeit“, meint er. Und jemand anderes kommentiert die Waggons schlicht mit: „Willkommen in der Steinzeit“.
