Rostock. Der FC Hansa gastiert am Sonntag (25. Januar, 13.30 Uhr) am 21. Spieltag der 3. Liga beim SV Waldhof Mannheim. Die Rostocker, Tabellenvierte mit 35 Punkten, wollen sich mit einem Dreier gegen den Tabellenzehnten (29 Zähler) vom Gegner distanzieren und noch weiter in der Tabelle klettern.
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Die OZ hat beide Seiten genau unter die Lupe genommen. Hier liegen Stärken und Schwächen des nächsten Hansa-Gegners.
Die Mannschaftsteile und Trainer beider Seiten im Vergleich:Die Torwarte – Vorteil Hansa Rostock
Im Tor hat sich Mannheim neu aufgestellt. Jan-Christoph Bartels (27), in der Vorsaison in 34 Drittliga-Einsätzen zehnmal ohne Gegentor, hat den Verein verlassen. Sein Nachfolger ist der Niederländer Thijmen Nijhuis (27), der im August von HJK Helsinki kam. Mit dem finnischen Erstligisten scheiterte er zuvor in der Qualifikation zur Champions League. Im Hinspiel war der 1,97-Meter-Hüne noch nicht spielberechtigt. Seither blieb er in 16 Partien nur zweimal ohne Gegentreffer.
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In dieser Bilanz steht FCH-Torwart Benjamin Uphoff klar vor Nijhuis. Achtmal konnte der 32-Jährige seinen Kasten sauber halten. Auch beim jüngsten 2:1 gegen Aue zeigte er eine gute Leistung – und bestätigte seine starke Form von vor dem Jahreswechsel.
Die Abwehr – Vorteil Hansa Rostock
Beim 2:5 gegen Verl leistete sich Mannheim große Fehler im Spielaufbau und wirkte defensiv in vielen Situationen nicht abgestimmt. Winterneuzugang Oluwaseun Ogbemudia (19), Leihspieler von Union Berlin, und Niklas Hoffmann bildeten die Innenverteidigung. Tim Sechelmann rückte auf die linke Abwehrseite, wo der zuvor gesetzte Samuel Abifade aufgrund einer Schulterverletzung fehlte. Wie lange er ausfällt, ist nicht bekannt.
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Hansa tritt hinten deutlich stabiler auf. Die Rostocker sind eingespielt. Sie ließen gegen Aue wenige Chancen zu. Mit nur 20 Gegentreffern stellen sie weiterhin die beste Defensive der 3. Liga. Zum Vergleich: Mannheim musste in 20 Partien bereits 36 Gegentore hinnehmen.
Das Mittelfeld – Vorteil Hansa Rostock
SVW-Coach Luc Holtz will flach spielen lassen. Er setzt auf viel Kontrolle. Dafür braucht es ballsichere und spielstarke Mittelfeldspieler. Einer davon soll Vincent Thill (25), jüngerer Bruder des Ex-Rostockers Sébastien Thill, werden. Er kam im Januar, war zuletzt vereinslos und muss sich erst an die 3. Liga gewöhnen. Hingegen gehören Janne Sietan und Adama Diakhaby (beide 20 Spiele) zu den Stützen im Zentrum. Ihnen ist es aber nicht gelungen, zusammen mit den Offensivkräften eine gute Balance ins Mannheimer Spiel zu bekommen.

Das schaffen Marco Schuster und Kenan Fatkic bei Hansa besser. Sie gehören zu den laufstärksten Spielern der Liga, stopfen viele Löcher und stoppen gegnerische Angriffe. Zudem ist das Duo torgefährlich, kommt zusammen auf sieben Treffer. Insgesamt wirken die Rostocker eingespielter und kompakter als Mannheim.
Der Angriff – unentschieden
Terrence Boyd (6 Tore) und Felix Lohkemper (8) bilden ein robustes und erfahrenes Sturmduo. Daneben gibt es weitere Akteure wie Arianit Ferati (1) oder den Portugiesen Masca (3), die Spiele entscheiden können. Die Mannheimer haben vorne Qualität – und mit 34 Treffern ein Tor mehr erzielt als Hansa. Aber: Mit Kennedy Okpala haben sie ihren besten Hinrunden-Torschützen (7 Treffer) verloren. Der schnelle Außen wechselte zum SC Paderborn. Der Vertrag mit Nicklas Shipnoski (4) wurde jüngst aufgelöst.
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Hingegen tut Hansa alles, um seinen heiß umworbenen Toptorjäger Ryan Naderi zu halten. Der 22-Jährige erzielte gegen Aue den Siegtreffer, rackerte erneut fürs Team, machte den Ball oft gut fest und zeigte sich unbeeindruckt vom Wirbel um seine Person. Auch Hansa kann offensiv nachlegen. Neben Naderis Sturmpartner Andreas Voglsammer stehen mit Christian Kinsombi, Adrien Lebeau oder Emil Holten weitere Spieler bereit, die ihre Klasse bewiesen haben. Sie alle saßen zuletzt nur auf der Bank.
Die Trainer – unentschieden
Luc Holtz trainierte rund 15 Jahre lang die Nationalelf seines Heimatlandes Luxemburg. Mit ihm schaffte das Team Achtungserfolge wie das 1:0 gegen Schweden im März 2025 und dauerhaft den Sprung in die Top-100 der Fifa-Weltrangliste. Seit Mitte August betreut der 56-Jährige Waldhof – seine erste Trainerstation im Ausland. Holtz stabilisierte die Mannschaft. Aber nun wartet Mannheim seit drei Drittliga-Spielen auf einen Sieg.
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Eine ähnliche Durststrecke hat auch Hansas Chefcoach Daniel Brinkmann zu Saisonbeginn durchgemacht. Sie hat ihn und sein Team gestärkt. Jetzt gilt es, dranzubleiben und die Entwicklung der Mannschaft weiter voranzutreiben. Die Rostocker werden immer mehr vom Jäger zum Gejagten und treffen Woche für Woche auf hochmotivierte Gegner, die gegen den FCH nur gewinnen können. Brinkmann muss seiner Truppe die entsprechenden Lösungen für diese Herausforderungen liefern.
Fazit: Offene Rechnung wird Hansa motivieren
Hansa ist seit elf Partien unbesiegt und geht auch diesmal als klarer Favorit ins Spiel. Dennoch sollten die Mecklenburger gewarnt sein. In der Vorsaison verloren sie beim SV Waldhof mit 0:5. Aktuell wirkt das Brinkmann-Team viel stabiler und hat gute Chancen, die noch offene Rechnung zu begleichen. Vor allem über schnelles Umschaltspiel nach vorne sollte für Hansa was gehen.
OZ