
Stand: 23.01.2026 07:05 Uhr
Im Prozess um den gewaltsamen Tod einer Frau in Arnum bei Hemmingen (Region Hannover) soll heute das Urteil fallen. Ein Mann soll seine Nachbarin heimtückisch ermordet haben.
Im Falle einer Verurteilung droht dem 31-Jährigen eine lebenslange Haft: Die Anklage sieht die Mordmerkmale der Heimtücke und der niedrigen Beweggründe als erfüllt an, heißt es vom Landgericht Hannover. Der Angeklagte war der Nachbar der getöteten 26 Jahre alten Frau. Im Juli 2025 soll sich der Mann Zutritt zur Wohnung der 26-Jährigen verschafft und mehrfach mit einem Jagdmesser auf sie eingestochen haben. Dabei wurden Brust, Oberbauch und auch das Herz verletzt. Die Frau starb noch am Tatort an inneren Blutungen.
Angeklagter spricht vor Gericht von „Psychoterror“
In einer selbst verlesenen Erklärung sprach der 31-Jährige vor Gericht von „Psychoterror„. Seit seinem Einzug in das Haus habe er unter Lärm und Zigarettenrauch des Vermieters der Frau – sie war Untermieterin – gelitten, der ihn zudem bedroht habe. Eine Anzeige habe keine Konsequenzen gehabt. Er berichtete von Depressionen, Schlafmangel und dem Verlust seines Arbeitsplatzes. Auch habe er versucht, sich das Leben zu nehmen. Seit Juni habe er die Wohnung kaum noch verlassen, Hass und Verzweiflung hätten zugenommen. „Ich habe die Kontrolle über mich selbst verloren“, sagte der Angeklagte. Der Mann wurde kurz nach der Tat festgenommen und legte ein Geständnis ab.

Der Angeklagte soll seine Nachbarin in Hemmingen erstochen haben. Vor Gericht äußerte er sich erstmals zum Motiv.

1 Min
Nachbarn fanden die schwerverletzte Frau im Treppenhaus eines Mehrfamilienhauses. Sie starb nach dem Eintreffen der Rettungskräfte.

Nach dem gewaltsamen Tod der Frau ist das Motiv noch immer unklar. Der Verdächtige schweigt, im Internet kursieren Gerüchte.
Dieses Thema im Programm:
NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 23.01.2026 | 06:30 Uhr
Schlagwörter zu diesem Artikel